Richtig Bohren

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bohren ist eine der häufigsten Arbeiten, die im Haus anfallen. Die Auswahl von Bohrmaschine und Bohrer ist dabei ebenso von Bedeutung wie der korrekte Stand, der Bohrwinkel und das Wissen über Strom- und Wasserleitungen. In den folgenden 7 Schritten erklärt Ihnen OBI, wie Sie schiefe oder zu große Bohrlöcher vermeiden und perfekte Ergebnisse erzielen.

Tipp: Verlängern Sie die Lebenszeit Ihrer Bohrmaschine, indem Sie das Bohrfutter und den Bohrer nach dem Bohren gründlich reinigen.

  • Schritt 1 - Bohrloch vor dem Bohren anzeichnen

     

     

     

    Bevor gebohrt wird, sollten Sie die Wand auf Strom- und Wasserleitungen überprüfen. Untersuchen Sie hierfür mit einem Ortungsgerät die Wand an der gewünschten Stelle auf Stromleitungen, Eisen oder Metalle. In der Regel verlaufen die Stromleitungen in sogenannten Installationszonen vertikal und horizontal in der Wand. Besondere Vorsicht ist senkrecht und waagerecht von Steckdosen geboten, außerdem 15 bis 45 cm oberhalb des Fußbodens, 15 bis 45 cm unterhalb der Decke und 10 bis 30 cm neben Türrahmen, Fenstern und Zimmerecken.

    Nachdem Sie die Wand überprüft haben, zeichnen Sie an geeigneter Stelle das Bohrloch mit einem Bleistift an. Bei glatten Untergründen, z. B. Fliesen sollten Sie das Bohrloch anreißen, um ein Abrutschen des Bohrers zu verhindern. Hier kann auch ein Streifen Gewebeklebeband über dem Bohrloch für mehr Halt sorgen.

    Tipp: Wie Sie in Fliesen bohren, ohne diese zu beschädigen, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Fliesen bohren“

  • Schritt 2 - Bohrer auswählen und montieren

     

     

     

    Überprüfen Sie die Wandbeschaffenheit mit der Klopfprobe: Hohle Geräusche deuten auf leicht zu bohrenden Gipskarton hin, dumpfe Töne lassen auf eine Massivwand aus Naturstein oder Beton schließen. Sind Sie sich unsicher, nehmen Sie mit einem dünnen Bohrer an einer verdeckten Stelle eine Probebohrung vor.

    Wählen Sie Ihre Bohrmaschine entsprechend der Wand, in die sie bohren wollen: eine herkömmliche Bohrmaschine ohne Schlagfunktion für leicht zu bohrenden Gipskarton, Porenbeton und Holz, eine Schlagbohrmaschine für Naturstein und Ziegel oder einen Bohrhammer für harten Beton. Eine Bohrmaschine mit Akku ist überall einsatzbereit auch wenn keine Steckdose in der Nähe ist, eine Bohrmaschine mit Netzbetrieb dagegen ohne den Akku neu laden zu müssen.

    Passend zum Material sollten Sie einen Steinbohrer, Holzbohrer oder Metallbohrer verwenden und analog natürlich den entsprechenden Dübel: Für Gipskarton, Gipsfaser- oder Wandbauplatten, Gipskartondübel oder Federklappdübel verwenden, für Lochstein Porenbetondübel, für Mauerwerk aus Vollstein und Beton Spreizdübel. Für andere Wände lassen sich Allzweckdübel verarbeiten.

    Passen Sie die Größe des Bohrers an den Dübeldurchmesser an. Verwenden Sie bei porösen Wänden einen kleineren Bohrerdurchmesser, um zu große Löcher zu vermeiden. Stecken Sie den Bohrer in das Bohrfutter und fixieren Sie ihn mit dem Schraubmechanismus des Bohrfutters.

  • Schritt 3 - Bohrlochtiefe vor dem Bohren markieren

     

     

     

    Die Bohrlochtiefe sollte der Summe von Dübellänge und -durchmesser entsprechen. Um die gewünschte Bohrlochtiefe zu erreichen, markieren Sie die entsprechende Stelle einfach auf dem Bohrer mit farbigem Klebeband. Einige Bohrmaschinen verfügen auch einen verstellbaren Tiefenanschlag.

  • Schritt 4 - Wählen einer sicheren Standposition

     

     

     

    Beim Bohren ist es wichtig, aus einem festen Stand heraus zu arbeiten. Dazu mit der Bohrmaschine in der Hand frontal zur Wand aufstellen und einen Ausfallschritt auf die Wand zu machen. Rechtshänder treten mit dem linken Bein vor, Linkshänder mit dem rechten. Bitten Sie bei Arbeiten auf der Leiter zur Sicherung eine weitere Person um Hilfe.

  • Schritt 5 - Wandloch bohren

     

     

     

    Setzen Sie die Bohrmaschine im rechten Winkel zur Wand an. Um den Bohrstaub aufzufangen, befestigen Sie einen geöffneten Briefumschlag unterhalb der Bohrstelle mit doppelseitigem Klebeband an der Wand oder bitten Sie eine Hilfsperson, den Staub während des Bohrens mit einem Staubsauger aufzufangen. Stellen Sie die Drehbohrfunktion ein und bohren Sie gleichmäßig, ohne zu starken Druck, durch den Putz. Bei verkleideten Ziegelstein-, Naturstein- oder Betonwänden stellen Sie anschließend die Schlagbohrfunktion ein und bohren so lange, bis die gewünschte Bohrlochtiefe erreicht ist. Stellen Sie die Bohrmaschine aus und ziehen Sie sie heraus. Nutzen Sie gegebenenfalls die Rücklauffunktion.

  • Schritt 6 - Bohrloch nach dem Bohren reinigen

     

     

     

    Damit Dübel und Schraube den richtigen Halt finden, muss das Bohrloch frei von Staub sein. Um Rückstände zu entfernen, reinigen Sie das Bohrloch mit dem Staubsauger oder nehmen Sie eine kleine Bürste zur Hilfe.

  • Schritt 7 - Bohrloch prüfen und korrigieren

     

     

     

    Überprüfen Sie das Bohrloch mithilfe des zu verwendenden Dübels. Ist das Bohrloch zu klein, wiederholen Sie den Bohrvorgang mit einem größerem Bohrer. Ist das Bohrloch zu groß, füllen Sie das Loch mit Spachtelmasse auf und drücken Sie den Dübel hinein. Entfernen Sie überschüssige Spachtelmasse und warten Sie zwei Stunden, bevor Sie die Schraube eindrehen.