Richtig Sägen

Grundkenntnisse

Das Sägen mit einer Handsäge, Stichsäge, Handkreissäge oder Kettensäge ist einfach und sicher, wenn Sie einige Tipps zum Umgang beachten. Wir erklären Ihnen, wie Sie die jeweilige Säge richtig halten, richtig ansetzen und zu einem sauberen Schnitt kommen. Jeder Sägetyp – ob Handsäge, Stichsäge, Handkreissäge oder Kettensäge – verlangt nach einer bestimmten Sägetechnik.

Wenn Sie einige Grundregeln beim Sägen beachten, verringern Sie die Gefahr von Verletzungen bereits erheblich. Gehen Sie dennoch immer konzentriert vor und tragen Sie Schutzkleidung (inkl Sicherheitshose). Arbeitshandschuhe reduzieren das Verletzungsrisiko bei versehentlichem Kontakt mit dem Sägeblatt. Eine Schutzbrille verhindert, dass Sägestaub in Ihre Augen gerät. Bei der Arbeit mit lauten Geräten wie Handkreis- und Kettensägen ist ausserdem ein Gehörschutz wichtig.

  • 1. Handsäge – Schritt 1: Richtig greifen

     

     

     

    Achten Sie beim Kauf einer Handsäge darauf, dass der Griff gut in der Hand liegt. Beachten Sie beim Sägen die richtige Handhaltung: Das Handgelenk darf nicht abgeknickt sein, sondern muss gerade sein. Es kann ansonsten schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen.

  • 2. Handsäge – Schritt 2: Sauber sägen

     

     

     

    Zur optimalen Kraftübertragung nutzen Sie die komplette Länge des Sägeblatts und sägen zu Beginn nur mit leichtem Druck. Wenn der Anfang gemacht ist, können Sie mehr Druck ausüben. Üben Sie Kraft in Stoßrichtung aus und ziehen Sie die Säge entlastet zurück. Das Verklemmen der Säge kann durch einen kleinen Keil oder einen Schraubendreher im Sägeschlitz vermieden werden.

  • 3. Stichsäge – Schritt 1: Platzierung des Werkstücks

     

     

     

    Bei Arbeiten mit der Stichsäge ist die richtige Platzierung des Werkstücks entscheidend. Das Sägeblatt muss frei arbeiten können. Es darf also kein Sägebock o. ä. im Weg sein. Um präzise sägen zu können, muss das Werkstück dennoch fest aufliegen, es darf nicht schwingen. Falls möglich, empfiehlt es sich, das Werkstück einzuspannen.

    Für Ausschnitte bohren Sie am besten Löcher vor: Dazu mit der Bohrmaschine ein Loch nahe des inneren Ausschnittrands bohren. Der Durchmesser sollte so groß sein, dass das Sägeblatt hindurchgesteckt werden kann. Anschließend führen Sie die noch ausgeschaltete Stichsäge durch das Loch – beginnen Sie dann von dort aus mit dem Ausschnitt.

  • 4. Stichsäge – Schritt 2: Die Säge richtig halten

     

     

     

    Die Stichsäge muss gerade auf dem Werkstück aufliegen. Beim Sägen üben Sie nur leichten Druck in Sägerichtung aus. Sägen Sie mit einer Stichsäge niemals seitlich – es besteht sonst die Gefahr, dass das Sägeblatt verbiegt oder überhitzt, zudem kann die Schnittkante schräg werden. Schwenken Sie die Stichsäge bei Rundungsschnitten oder Richtungswechseln daher nur am hinteren Ende und üben Sie keinen seitlichen Druck auf das Gerät aus.

  • 5. Handkreissäge mit Schiene

     

     

     

    Mithilfe einer Führungsschiene lassen sich mit einer Handkreissäge millimetergenaue Zuschnitte erzielen. Achten Sie darauf, dass die Schiene nach dem Aufsetzen an beiden Enden des Werkstücks etwas übersteht. Setzen Sie die Säge zunächst im ausgeschalteten Zustand so an, dass sie das Werkstück noch nicht berührt. Schalten Sie dann die Säge ein und warten Sie, bis das Gerät seine volle Drehzahl erreicht hat. Bewegen Sie die Säge erst dann vorsichtig nach vorn und führen Sie den Schnitt mit einer konstanten Bewegung durch.

    Tipp: Eine Sägeschiene erleichtert die Arbeit.

  • 6. Kettensäge – Schritt 1: Vorbereitungen





    Vor dem Sägen betanken Sie die Kettensäge mit einem geeigneten Öl-Benzin-Gemisch. Beachten Sie dafür die Hinweise in der Bedienungsanleitung der Motorsäge, um zu vermeiden, dass der Benzinmotor Schaden nimmt. Prüfen Sie auch die Kettenspannung und stellen Sie nach, falls die Kette zu locker sitzt. Die Kette muss sich noch leicht ziehen lassen. Prüfen Sie auch den Zustand der Kette: Wenn sie stumpf ist, sollte sie geschärft oder ausgetauscht werden. Vor dem Sägen legen Sie bitte Ihre Schutzkleidung an.

    Legen Sie nun die Kettenbremse ein. Bei kalter Säge ziehen Sie dann den Choke. Für einen sicheren Start legen Sie die Kettensäge auf den Boden, halten den Griff fest und ziehen den Seilzug. Ist der Motor angesprungen, geben Sie nun Gas, nehmen Sie die Säge wieder auf und lösen Sie die Kettenbremse.
  • 7. Kettensäge – Schritt 2: Sicherer Umgang

     

     

     

    Die Kettensäge wird grundsätzlich mit beiden Händen gehalten und zwar so, dass die Daumen dabei den jeweiligen Haltegriff fest umschließen. Wenn möglich, stützen Sie die Säge auf dem Oberschenkel ab. Achten Sie beim Sägen immer auf einen sicheren Stand, das Gleichgewicht muss sichergestellt sein. Es empfiehlt sich grundsätzlich immer mit voller Drehzahl zu arbeiten.

  • 8. Kettensäge – Schritt 3: Schnitte richtig ausführen

     

     

     

    Vor dem eigentlichen Sägen wird das Werkstück meist „angestochen“. Für einen solchen Anstich schneiden Sie mit der unteren Seite der Sägeschwertspitze eine kleine Nut in das Werkstück. Dabei üben Sie Druck in Richtung der Unterseite der Schwertspitze aus. Nehmen Sie zum Anstechen aber keinesfalls die Oberseite der Schwertspitze, hierbei besteht durch die schiebende Kette Rückschlaggefahr!

    Führen Sie die Schnitte wenn möglich immer mit der Schwertunterseite, also mit ziehender Kette, durch. Da die Kettensäge dabei aufliegt, ist dieses Vorgehen einfacher und auch sicherer. Falls Schnitte mit der Schwertoberseite unvermeidbar sind, stützen Sie die Motorsäge dabei fest am Oberschenkel ab und drücken Sie sie in das Holz.