Ständerwände einziehen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eine Wand einzuziehen bedeutet nicht sofort, dass Sie Stein für Stein mühsam aufeinander legen und mauern müssen. Mit der Trockenbauweise können Sie ganz einfach aus einem Raum zwei machen – und das ganz ohne feuchte Baustoffe. Dabei gilt: Je dicker eine Trockenbauwand desto höher sind Schallschutz und Isolation. Deshalb gibt es die Profile fürs Ständerwerk in verschiedenen Stärken zwischen 50 und 100 mm.

Hinweis: Die Dauer kann je nach Grösse der Wand variieren.

  • Schritt 1 – Raumplanung vor dem Einziehen der Ständerwände

     

     

     

    Legen Sie als erstes den gewünschten Wandverlauf mit Hilfe eines Lasers oder einer Schlagschnur fest und zeichnen Sie ihn mit einer Richtlatte auf Boden und Decke ein. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt die Türöffnungen. Das benötigte Dichtband können Sie direkt auf den Boden kleben, nicht aber auf die Profile. Denn das erleichtert Ihnen später die Orientierung.

  • Schritt 2 – Rahmenkonstruktion für die Ständerwand erstellen

     

     

     

    Schneiden Sie die UW-Profile mit der Blechschere für Decke und Boden zu und ziehen Sie auf deren Rückseite Dämmstreifen vor dem Verschrauben auf. Wenn Sie eine Fussbodenheizung haben, ist ein Verdübeln im Boden nicht möglich. In diesem Fall verkleben Sie die UW-Profile.

    Ansonsten bohren Sie direkt durch das UW-Profil in Boden und Decke und setzen die Drehstiftdübel im Abstand von ca. 50 cm. Anschliessend werden die CW-Profile für die Senkrechte zugeschnitten. Legen Sie diese passend zur Wandmarkierung an. Bekleben Sie sie ebenfalls mit dem Dichtungsband, klemmen Sie sie zwischen die UW-Profile an Decke und Boden und befestigen Sie sie an die bestehenden Wände im Abstand von ca. 50 cm. Bohren Sie dafür direkt durch die Profile in Boden und Decke und fixieren Sie die Profile mit Drehstiftdübeln an wenigstens drei Stellen.

    OBI Top-Tipp:

    Das Dichtungsband nicht vergessen, es vermeidet Schall- und Kältebrücken.

  • Schritt 3 – Profile der Ständerwand ausrichten

     

     

     

    Jetzt folgen die Profile für das Ständerwerk. Schieben Sie dafür die CW-Profile erst unten im freien Raum und dann oben in die UW-Profile und richten Sie sie senkrecht aus. Gerade bei den vertikalen Profilen ist genaues senkrechtes Ausrichten sehr wichtig. Der Abstand der CW-Profile hängt von der Plattengrösse und der Montagerichtung – also hochkant oder quer – ab. Alle Öffnungen der CW-Profile müssen in eine Richtung zeigen.

  • Schritt 4 – Türen im Ständerwerk einsetzen

     

     

     

    Nun schneiden Sie das Türsturzprofil auf die richtige Länge zu. Für einen stabilen Türeinbau wird das UA-Profil als seitlicher Türpfosten verwendet, in die UW-Profile eingesetzt und vorerst mit Klebeband fixiert.

    Danach wird das Türsturzprofil in die vorgesehene Öffnung auf der gewünschten Höhe eingesetzt. Es bildet den oberen Abschluss der Tür. Die UA-Profile werden dann mit dem Türpfosten-Steckwinkelsatz an Boden und Decke befestigt. Das Türsturzprofil sollte oberhalb der Tür und an der Decke mit mindestens zwei CW-Profilen stabilisiert werden. Mit Hilfe von Wasserwaage und Meterstab werden die Masse der Tür auf das Sturzprofil übertragen, das auf die benötigte Türhöhe ausgerichtet wird. Das Ständerwerk ist nun bereit für die Gipskartonplatte.

  • Schritt 5 – Verkleidung der Ständerwand

     

     

     

    Jetzt können Sie mit dem Anbringen der Gipskartonplatten beginnen. Sie werden mit einer kleinen Fuge zu Boden und Decke und Wand waagrecht ausgerichtet und mit Schnellbauschrauben befestigt. Damit es nicht zu Kreuzfugen kommt und der Wandanschluss passt, sollten Sie die Gipskartonplatten vor dem Anbringen kürzen. Zeichnen Sie dafür mit Bandmass und Stift die korrekte Länge an. Reissen Sie die Gipskartonplatten (Mindeststärke 12,5 mm) an der Oberfläche mit einem Cuttermesser auf dem Stapel oder dem Arbeitstisch an.

    Danach brechen Sie sie über die Kante und durchschneiden den rückseitigen Karton. Alternativ können Sie einen Fuchsschwanz oder eine Stichsäge verwenden. Lesen Sie in unserem Ratgeber „Richtig sägen“, wie Sie dabei vorgehen sollten. Glätten Sie anschliessend die Kanten mit einem Kantenhobel (Raspelhobel) gerade und winkelgerecht. Schrägen Sie die Vorderseite der oberen Kante etwas ab – als Platz für Fugenmörtel.

  • Schritt 6 – Gipskartonplatten anschrauben

     

     

     

    Verschrauben Sie die Gipskartonplatten (erste Wandseite) mit Schnellbauschrauben im Abstand von 25 cm an den Profilen. Die Gipskarton-/Gipsfaserplatten können sowohl waagerecht als auch senkrecht montiert werden. Verwenden Sie dazu am besten einen (Akku-)Schrauber mit Drehmomenteinstellung oder einen Schraubtiefenbegrenzer.

    Zur Schallentkopplung halten Sie an Boden, Decke und Wand etwa 10 mm Abstand. Beginnen Sie auf der Rückseite mit einer halben Plattenbreite. Durch den Versatz der Platten erhält die Ständerwand ihre endgültige Stabilität.

    OBI Top-Tipp:

    Versenken Sie die Schrauben etwas. Das erleichtert das Verspachteln.

  • Schritt 7 – Platz für Leitungen, Steckdosen & Co bei Ständerwänden

     

     

     

    Der Wandhohlraum eignet sich ideal zur Unterbringung von Installationen und zum Ausfüllen mit (Mineralfaser-) Dämmplatten zur Schall- und Wärmedämmung. Diese setzen Sie zwischen die Ständerprofile. Ausschnitte für Steckdosen und Schalter können Sie mit einer Lochsäge vor der Plattenmontage vornehmen. Hohlwanddosen werden mit Spreizkrallen befestigt. Wichtig: Denken Sie vor dem Verplanken der Rückwand an diesen Schritt!

  • Schritt 8 – Stösse der Ständerwand verspachteln

     

     

     

    Wenn alle Gipskartonplatten angebracht sind, müssen sie verspachtelt werden, damit eine plane Fläche entsteht. Gipskartonplatten haben ab Werk eine Fase. Dadurch entsteht nach dem Anbringen eine ausreichend breite Fuge, in der die Spachtelmasse hält. Wenn geschnittene Platten aneinanderstossen, sollten Sie an diesen Stellen mit einem Cuttermesser eine ähnliche Fase anbringen.

    Vor dem Verspachteln sollten Sie die Fugen mit Tiefengrund vorbehandeln. Mögliche Stösse sind mit einer Rissbrücke zu bandagieren, um eine spätere Rissbildung zu vermeiden.

    Nun können Sie mit der Fugenspachtelmasse des Plattenherstellers die offenen Ränder, Stösse und Schraubenköpfe verspachteln. Erst arbeiten Sie quer zur Fuge und ziehen Sie danach in Fugenrichtung ab.

    Nach etwa einer Stunde Trockenzeit können Sie Unebenheiten mit einem Spachtel abhobeln oder mit Schleifpapier glätten und erneut verspachteln. Für die Endverspachtelung ist eine gebrauchsfertige Finish-Masse zu empfehlen. Sie ist einfach zu verwenden und garantiert eine plane Wandfläche.

    Fugen zu anderen Bauteilen können ganz einfach mit überstreichbarem Dichtstoff aus der Kartusche verschlossen werden.

  • Schritt 9 – Grundieren der neuen Wandfläche der Ständerwand

     

     

     

    Nach etwa 4 Stunden sollte die trockene Ständerwand-Oberfläche anschliessend grundiert werden. Danach können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Die neu eingezogene Ständerwand kann gestrichen, tapeziert, verputzt oder gefliest* werden. Auch zu diesen Themen finden Sie praktische Anleitungen und Tipps auf OBI.ch.

    * Bei einer Befliesung muss der Gipskarton Stärke 12,5 mm immer doppelbeplankt werden.