Grundlagen Boden und Erde

Basiswissen

Der Boden im Garten ist mehr als nur das Medium, in dem die Pflanzen wachsen. In ihm finden die Wurzeln Halt, er speichert Wasser und Nährstoffe und gibt diese nach und nach frei, sodass sie von den Pflanzen aufgenommen werden können. Je nach Herkunft haben sich die Pflanzen nicht nur an sonnige, halbschattige oder schattige Standorte angepasst, sondern auch an unterschiedliche Bodenarten. Wer seinen Boden kennt, kann ihn durch gezielte Maßnahmen verbessern und so den Pflanzen ein optimales Wachstum im Garten ermöglichen.


Wichtig:
Der ideale Gartenboden ist humos, nährstoffreich und durchlässig. So entsteht keine Staunässe und er lässt sich problemlos bearbeiten.

1. Bodenarten

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    Der Boden besteht aus mineralischen Teilchen wie Sand, Schluff und Ton sowie Humus, also zersetzter organischer Substanz. Je höher der Humusanteil, desto besser sind die Bodenstruktur, das Wasserhaltevermögen und die Nährstoffspeicherung.

    Man unterscheidet drei Bodenarten:

    - Leichte Sandböden

    - Mittelschwere Schluff- und Lehmböden

    - Schwere Tonböden


    Mit einer einfachen Probe können Sie den Bodentyp bestimmen:

    Sandboden lässt sich mit den Händen nicht zu einer festen Kugel oder Rolle formen, er zerbröselt dabei. (links)

    Lehmboden lässt sich zu einer Rolle formen, diese zerbricht aber, wenn man sie zu einem Kringel biegt. (Mitte)

    Tonboden lässt sich beliebig formen und in Rollen oder Kringel biegen. (rechts)

    Praktisch: Diese Bodenuntersuchung können Sie selbst durchführen.

    Wichtig: Bevor Sie Bodenverbesserungsmaßnahme wie Kalken, Kompost- oder Gesteinsmehlgaben in Erwägung ziehen, müssen Sie feststellen, ob dies überhaupt sinnvoll oder notwendig ist.

    Eigenschaften der Bodenarten:

    Sandboden: leicht, wasserdurchlässig, trocknet schnell aus, schlechte Wasser- und Nährstoffspeicherung

    Lehmboden: idealer Boden, zu je 1/3 aus Sand, Schluff und Ton, gute Wasser- und Nährstoffspeicherung

    Tonboden: schwer, hohes Wasser- und Nährstoffspeicherpotenzial, verdichtet, Gefahr von Staunässe

  • 2. Auch Zeigerpflanzen geben Hinweise

     

     

     

    Die Pflanzen, die sich von alleine im Garten angesiedelt haben und das Unkraut in den Beeten geben Ihnen Hinweise welchen Boden Sie in Ihrem Garten haben.

    Wichtig: Berücksichtigen Sie nicht nur die Pflanzen, die in Ihrem eigenen Garten wachsen, sondern auch die in der Nachbarschaft.

    Zeigerpflanzen:

    Brennnessel, Kletten-Labkraut, Melde, Vogelmiere, Löwenzahn - stickstoffreicher Boden

    Scharfer Mauerpfeffer - stickstoffarmer Boden

    Sauerampfer - saurer Boden

    Acker-Rittersporn - kalkhaltiger Boden

    Acker-Schachtelhalm, Ackerminze, Huflattich - staunasser Boden

  • 3. Eine Bodenprobe sorgt für Klarheit

     

     

     

    Eine Bodenprobe ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie Gemüse anbauen möchten. Das Ergebnis informiert Sie über die Bodenart, den pH-Wert (Säuregehalt) und den Nährstoffgehalt ihres Gartenbodens.

    Dazu werden im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr an etwa 10 bis 20 Stellen auf der genutzten Fläche kleine Einzelproben spatentief entnommen. Eine Mischung der Proben von etwa 250 bis 500 g reicht zur Untersuchung. Die Erde können Sie im Gartencenter oder bei einem Bodenuntersuchungsinstitut abgeben.

    Praktisch: Eine Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über alle Eigenschaften des Gartenbodens.

    Wichtig:
    Die Untersuchung sollte alle drei bis fünf Jahre wiederholt werden. Achten Sie auf eine genaue Beschriftung der Proben und teilen Sie dem Labor mit, wann und wie sie entnommen wurden.

  • 4. Was sagt der pH-Wert des Bodens aus?

     

     

     

    Der pH-Wert des Bodens gibt Aufschluss über die sogenannte Bodenreaktion: sauer, neutral oder alkalisch. Die Skala reicht von 0 (extrem sauer) über 7 (neutral) bis 14 (stark alkalisch). Ein saurer Boden enthält meist viel Humus, aber kaum Kalk, alkalische Böden sind in der Regel sehr kalkhaltig.

    Die Untersuchung können Sie mit einfachen Test-Kits aus dem Gartencenter selbst durchführen. Sie ist besonders wichtig, um den Kalkgehalt zu bestimmen, damit nicht unnötig gekalkt wird. Ist der pH-Wert ohnehin schon hoch, wird der Boden durch Kalken noch alkalischer. Dadurch können die Pflanzen viele Nährstoffe nicht mehr aufnehmen.

    Ideal ist ein pH-Wert zwischen 6 und 7, für Kohl sollte er sogar noch etwas höher sein, um der Krankheit „Kohlhernie“ vorzubeugen.

    Praktisch: Diesen Test können Sie selbst durchführen. Das Test-Set gibt es im OBI Gartenparadies.

    Wichtig: Nehmen Sie Proben von unterschiedlichen Stellen im Beet.

  • 5. Schlechter Boden? Kein Problem!

     

     

     

    Nicht immer ist der Gartenboden optimal für den Anbau von Gemüse oder anderen Pflanzen. Weniger gute oder geeignete Böden können jedoch mit einfachen Mitteln verbessert werden.

    Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, bei der Auswahl der Gartenpflanzen nicht nur den Standort nach Sonne, Halbschatten oder Schatten auszuwählen, sondern auch die Bodenart zu berücksichtigen. Wer mit dem Boden gärtnert, hat gesunde Pflanzen, wenig Unkraut und mehr Freude am Garten.

    Praktisch: Kompost ist günstig oder kann selber hergestellt werden. Wer keinen eigenen Kompost im Garten hat, bekommt qualitativ hochwertigen Grüngutkompost im OBI Gartenparadies.

    Wichtig: Achten Sie bei Sand oder Kies zur Bodenverbesserung auf den Kalkgehalt. Quarzsand enthält keinen Kalk und ist daher ideal.

    OBI Top-Tipp: Torf ist zur Bodenverbesserung nicht geeignet, da er sich im Boden schnell zersetzt.

    Verbesserung der Bodenarten:

    Sand - erhöht die Durchlässigkeit, bei schwerem Boden

    Kies - erhöht die Durchlässigkeit, bei schwerem Boden

    Lavagrus - erhöht die Durchlässigkeit, bei schwerem Boden

    Gesteinsmehl, Bentonit - erhöht die Wasserspeicherkapazität

    Kompost - erhöht den Humusgehalt, bei leichtem Boden

    Rindenhumus - erhöht den Humusgehalt, bei leichtem Boden

    Mist (verrottet) - erhöht den Humusgehalt, bei leichtem Boden