Hochbeet befüllen und pflegen

Hochbeet befüllen und pflegen

Wer viel im Garten arbeitet und deswegen unter ständigen Rückenschmerzen leidet, sollte ein Hochbeet anlegen. Das Arbeiten auf Tischhöhe ist deutlich angenehmer und praktikabler. Doch auch wer noch keine Verspannungen oder ein Ziepen im Lendenwirbel spürt, kann von dieser nützlichen Erfindung profitieren. Wann der richtige Zeitpunkt zum Anlegen ist, wie Sie das Beet befüllen und welche Pflanzen sich darin wohlfühlen, erfahren Sie hier.

1. Im Frühling oder Herbst ein Hochbeet anlegen

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    Um ein Hochbeet anzulegen, benötigen Sie viele verschiedene organische Materialien. Gartenabfälle eignen sich dafür bestens: Sie enthalten viele Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum anregen. Da die natürlichen Abfälle überwiegend im Frühjahr und im Herbst anfallen, wenn der Garten auf Vordermann gebracht wird, sollten Sie auch zu dieser Zeit Ihr Hochbeet anlegen. Damit handeln Sie nicht nur sehr ökonomisch, sondern auch nachhaltig.

    Bevor es losgehen kann, müssen Sie zunächst die Einfassung für das Hochbeet bauen. Dazu können Sie entweder Holz, Stein oder Metall verwenden. Jedes Material Material hat seine eigenen Vorzüge, aber auch Nachteile: Holz ist einfach zu verarbeiten und optisch sehr ansprechend, kann aber ohne Imprägnierung leicht verrotten. Stein muss in einem Betonbecken verankert werden, verleiht dem Hochbeet aber einen sehr natürlichen Charakter – vor allem, wenn es sich um Naturstein handelt. Metall ist langlebig, hat aber nicht die besten Isolierungs- und Wärmeleiteigenschaften für ein Hochbeet. Grundsätzlich sind die Temperaturen in einem Hochbeet immer höher als in einem gewöhnlichen Flachbeet – um bis zu fünf Grad Celsius. Aus diesem Grund können Sie noch bis weit in den Herbst hinein auf dem Podest gärtnern. Dank des guten Klimas reifen Obst und Gemüse zudem schneller – dadurch haben Sie schon bald wieder Platz für die nächste Aussaat.

  • 2. Wie ist ein Hochbeet aufgebaut?

     

     

     

    Wer ein Hochbeet anlegen möchte, wird vorübergehend zum Schichtarbeiter. Denn das mobile Gartenbeet besteht aus vielen Schichten, was eine optimale Zersetzung garantiert. Alle Schichten sollten etwa gleich hoch sein. Zusammen erreichen sie eine Höhe von durchschnittlich 80 Zentimetern, wobei es auch niedrigere Beete von gerade mal 30 Zentimetern für Kartoffeln oder 50 Zentimetern für Rosen gibt. Erdbeeren hingegen sollten möglichst hoch gesetzt werden, am besten auf 100 Zentimeter. Solch eine Höhe ermöglicht rückenschonendes Arbeiten: Sie können wie an einem Tisch aufrecht stehen, brauchen sich kaum zu bücken oder zu verrenken. Um dies zu unterstützen, darf ein Hochbeet nicht breiter als 130 Zentimeter sein – nur so können Sie die Mitte von allen Seiten problemlos erreichen. Die Länge des Hochbeets richtet sich nach dem Platz, den Sie zur Verfügung haben. Wer möchte, kann auch mehrere Hochbeete nebeneinander anlegen.

  • 3. Die Schichten eines Hochbeetes

     

     

     

    Damit Obst, Gemüse und Zierpflanzen in Ihrem Hochbeet vor Wühlmäusen, Maulwürfen und Schnecken geschützt sind, sollten Sie den Boden des Hochbeet-Kastens mit feinem Maschendraht auslegen. Die Wände werden zum Schutz vor zu viel Nässe mit Folie abgedeckt. Nun geht es ans Befüllen. Wenn Sie ein Hochbeet anlegen, arbeiten Sie sich von unten nach oben und von grob nach fein vor – Schicht für Schicht. Die unterste Schicht bilden grobe Strauch- und Baumabschnitte. Diese sorgen dafür, dass die Belüftung von unten gewährleistet ist, sich keine Fäulnis bildet und sich das Substrat gleichmäßig zersetzt. Damit kleinere Bestandteile oberer Schichten nicht nach unten durchrieseln können, wird nun eine Schicht mit Rasensoden ausgelegt. Die Wurzeln sollten dabei nach oben zeigen. Alternativ können Sie auch Grasschnitt, Stroh, Kleintier-Einstreu oder Pappkarton verwenden. Drücken Sie die Schicht fest an und verteilen dann gehäckselten Strauchschnitt, Laub und Grünabfälle darauf. Es ist kein Problem, wenn diese Zutaten feucht sind. Nun können Sie normale Gartenerde und Kompost aufschichten. Erst die letzte Schicht des Hochbeetes besteht aus hochwertiger Erde. Verwenden Sie hierfür am besten spezielle Blumenerde, Humuserde oder fertige Komposterde. Billige Erde neigt zum Verklumpen und kann die Wurzeln der Pflanzen beschädigen.

  • 4. Tipps zur Bepflanzung

     

     

     

    Wenn Sie ein Hochbeet anlegen, bieten Sie unterschiedlichsten Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen. In den verschiedenen Schichten stecken viele Nährstoffe, die für stark zehrende Pflanzen wie Kohl, Lauch und Sellerie wichtig sind. Andere Gemüsesorten, die sich im Hochbeet wohlfühlen, sind Zucchini, Gurken, Karotten, Busch- und Stangenbohnen, Zuckererbsen und Tomaten. Wenn Sie ein Hochbeet anlegen, sollten Sie es in den ersten zwei Jahren nur mit solchen Starkzehrern bepflanzen und dabei auf eine ausgewogene Mischkultur achten: Die einzelnen Pflanzen ziehen unterschiedliche Nährstoffe aus der Erde, geben aber auch wieder etwas davon an das Substrat ab. Zwischen das Gemüse sollten Sie Kräuter pflanzen – die intensiven Düfte wehren Schädlinge hervorragend ab.

    In den Folgejahren können Sie auch Schwachzehrer wie Spinat und Salat anbauen. Früher eingesetzt, würden diese zu viel Nitrat anreichern. Achten Sie bei der Pflanzung von Salat auf die Bedürfnisse der einzelnen Sorten. Frühjahrssalate können Sie ab Mitte März in das Hochbeet setzen, Sommersalate ab Mitte Mai. Bei den Herbstsalaten sollten Sie bis Ende Juli warten.

    Wer keinen Nutzgarten in seinem Hochbeet anlegen möchte, kann auch auf Zierpflanzen zurückgreifen. Ein Ziergarten ist häufig einfacher in der Handhabung als ein Nutzgarten. Grundsätzlich sollten Sie jedoch keine Aussaat bei zu feuchtem oder kaltem Wetter vornehmen. Auch bei den Blumen gibt es eine Unterscheidung zwischen Starkzehrern und Schwachzehrern. Geranien, Chrysanthemen, Sonnenblumen und Tulpen zählen zu den Blumen, die Sie direkt im ersten Jahr pflanzen können. Azaleen, Begonien, Stiefmütterchen, Primeln und Petunien sollten lieber erst in den Folgejahren eingesetzt werden.

  • 5. Pflege eines Hochbeetes

     

     

     

    Da die Temperaturen in einem Hochbeet im Schnitt um einige Grad höher sind als im Erdbeet, trocknet das Substrat schneller aus. Aus diesem Grund sollten Sie die Pflanzen regelmäßig und reichlich wässern – insbesondere an warmen Tagen im Sommer. Um ein Austrocknen zu verhindern, können Sie das Beet auch mit Vlies, Grasmulch, Kohlrabi- oder Rhabarberblättern abdecken. Düngen hingegen ist überflüssig. Dank der guten Nährstoffversorgung gedeihen die Pflanzen auch ohne Hilfe von außen. Mit der Zeit sacken die Schichten ein wenig ab, da der Verrottungsprozess seinen Gang geht. Um das Beet vor der ersten Aussaat im Frühjahr aufzufüllen, können Sie frischer Komposterde verwenden. Dazu müssen Sie allerdings die obere feine Erdschicht abtragen.

    Tipp:

    Wenn Sie das Hochbeet im Winter mit einem Dach aus Acrylglas abdecken, sind die Pflanzen deutlich besser vor Kälte, Niederschlägen und Frost geschützt als durch eine Abdeckung aus Vlies oder Laub.

    Insbesondere Zwiebeln und Knollen können so gut überwintern. Dadurch können Sie im Frühjahr viel eher mit der Gartenarbeit beginnen als Ihre Nachbarn.

    Umgraben müssen Sie das Beet nicht – das würde die Schichten nur durcheinanderbringen. Nach durchschnittlich sechs Jahren braucht das Hochbeet aber eine Grunderneuerung. Wenn Sie ein Hochbeet aus Holz angelegt haben, sollten Sie sorgsam prüfen, ob das Baumaterial noch stabil oder schon marode ist. Erkennen Sie faule Stellen, sollten Sie ein neues Hochbeet bauen. Die Befüllung ist nach dieser Zeit aber auf jeden Fall auszutauschen – so garantieren Sie einen hohen Ertrag. Gehen Sie genauso vor wie bei der Erstbefüllung, dann kann nichts schiefgehen. Das Substrat aus dem Hochbeet sollten Sie auf keinen Fall wegwerfen. In Form von Humus trägt es zur Bodenverbesserung in ebenerdigen Gemüsebeeten bei.