Richtig giessen

Richtig giessen

Pflanzen bestehen zu einem Grossteil aus Wasser, manche Gemüse wie Tomaten und Salat sogar zu 90 Prozent. Ohne Wasser kann also keine Pflanze auskommen. In der Natur sind Pflanzen auf Regen angewiesen, im Garten können Sie bei Trockenheit mit Giessen nachhelfen. Und manchmal müssen Sie es sogar, denn viele Gartenpflanzen brauchen eine gleichmässige Wasserversorgung, um zu gedeihen.

Auch Nährstoffe und Dünger können nur aufgenommen werden, wenn sie in Wasser gelöst sind. Beim Giessen kommt es auf die Menge an: Zu viel Wasser ist genauso schädlich wie zu wenig. Und auch Wasserqualität, Wassertemperatur und der Zeitpunkt des Giessens spielen eine Rolle.

 

1. Richtig giessen

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    Giessen Sie möglichst von unten direkt an die Wurzeln. So gelangt das Wasser dorthin, wo es gebraucht wird. Nasse Blätter sind anfälliger für Pilzkrankheiten. Ausserdem verdunstet beim Überbrausen viel Wasser, ohne dass es von der Pflanze aufgenommen werden kann.

    Praktisch: Das Wasser kommt da hin, wo es gebraucht wird.

    Wichtig: Beim Wässern ohne Brause langsam giessen, damit die Erde um die Wurzeln nicht fortgespült wird. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, über Kopf zu giessen, sollte dies nur am Morgen und Vormittag erfolgen, damit die Pflanzen bis zum Abend wieder abtrocknen können.

  • 2. Bewässerungsarten

     

     

     

    Giesskannen aus Kunststoff sind günstig und leicht. Sie reichen für einen kleineren Garten oder die Terrasse völlig aus. Eine Brause sorgt für einen weichen Gießregen, der die Erde nicht auswäscht. Stabiler und langlebiger, aber auch etwas schwerer, sind Giesskannen aus Metall.

    Praktisch: Giesskannen sind leicht. Füllen Sie die Kannen nach dem Giessen gleich wieder auf, dann kann sich das Wasser in ihnen erwärmen.

    Wichtig: Kunststoff wird spröde, wenn die Kannen zu lange in der prallen Sonne stehen.

  • 3. Gartenschläuche

     

     

     

    Ab einer Gartengrösse von etwa 250 Quadratmetern wird die Wasserschlepperei mit Giesskannen schnell lästig. Praktisch ist dagegen ein Schlauch. Länger als 30 Meter sollte der Schlauch jedoch nicht sein, denn dann wird auch er schwer und unhandlich zum Ziehen.

    Zur Verstauung gibt es Schlauchwägen und Schlauchhalter zum Aufstellen oder Anschrauben an eine Wand. So ist der Schlauch immer aus dem Weg geräumt und wird nicht zur Stolperfalle.

    Praktisch: Ein Gartenschlauch ist mit einem Schlauchwagen oder -halter leicht verstaubar. Mit einer Schnellkupplung können Sie unterschiedliche Brause- und Spritz-Aufsätze anschliessen, oder auch einen Rasensprenger.

    Wichtig: Kunststoff kann spröde werden, wenn der Schlauch zu lange in der prallen Sonne liegt. Ab Ende Oktober sollten Sie den Schlauch entleeren und frostfrei einlagern. Bleibt er draussen, kann er beim Einfrieren platzen.

  • 4. Bewässerungssysteme

     

     

     

    Es gibt verschiedene Systeme, die eine Automatisierung der Bewässerung mit einer Zeitschaltuhr und/oder einem Bewässerungscomputer ermöglichen. Mit solchen Systemen können Sie während einer kurzen Abwesenheit die Wasserversorgung z.B. von Gemüse gewährleisten. Die Systeme werden einfach zwischen Wasserhahn und Schlauch installiert. Das Wasser gelangt dann über Tropfdüsen direkt zu den Pflanzen im Beet oder im Topf.

    Sie können auch mit Tropfschläuchen, die permanent oder für eine Saison im Beet verlegt werden, den Aufwand der Bewässerung reduzieren. Einen Überblick über die besten Systeme finden sie hier.

    Praktisch: Ideal zur Überbrückung kurzer Abwesenheiten.

    Wichtig: Eine regelmässige Kontrolle ist wichtig, ein Bewässerungscomputer kann nicht die regelmässige Pflanzenpflege und -kontrolle ersetzen.

  • 5. Regenwasser

     

     

     

    Regenwasser ist das beste Giesswasser. Es ist kostenlos und enthält keinen Kalk. Es kann in Regentonnen aus Kunststoff oder in Holzfässern gesammelt werden. Wenn Sie viel Wasser brauchen, z.B. weil Sie einen grossen Gemüsegarten haben, sollten Sie eine unterirdische Zisterne in Betracht ziehen.

    Regenwasser können Sie vom Hausdach, vom Dach eines Gewächshauses oder der Garage auffangen. Wenn Sie in einer Industrieregion wohnen, kann das Regenwasser mit Schadstoffen belastet sein. Ansonsten können Sie es bedenkenlos verwenden.

    Praktisch: kostenlos, enthält keinen Kalk.

    Wichtig: Nach längerer Trockenheit erst den Staub vom Dach abspülen lassen, dann das Wasser auffangen. Gegen Mücken hilft ein biologisches Präparat (erhältlich in Ihrem OBI Gartenparadies).

  • 6. Leitungswasser

     

     

     

    In einem grossen Garten lohnt es sich, unterirdische Wasserrohre mit Hähnen an wichtigen Stellen zu installieren. Dann müssen Sie keine langen Schläuche und schweren Giesskannen schleppen.

    Praktisch: Keine langen Wege.

    Wichtig: Leitungswasser ist sehr kalt, was im Sommer beim Giessen zu einem Temperaturschock führen kann. Dann ist es besser, das Wasser in einer Tonne aufwärmen zu lassen. Im Winter rechtzeitig die Rohre entleeren, damit sie nicht einfrieren.

  • 7. Tricks zum Wasser sparen

     

     

     

    Mit diesen einfachen Methoden sparen Sie beim Giessen Wasser:

    1. Regenwasser sammeln.

    2. Eine Mulchschicht vermindert die Verdunstung und verhindert, dass die Sonne den Boden zu schnell 
       austrocknet.

    3. Hacken Sie den Boden im Gemüsebeet nach dem Giessen oder Platzregen. Wenn der Boden verschlämmt ist,
       bilden sich kleine Kanäle (Kapillaren), durch die das Wasser von unten nach oben verdunstet. Das Hacken
       zerstört diese Kapillaren und die Feuchtigkeit bleibt im Boden.

    4. Giessen Sie in grösseren Abständen (z.B. einmal pro Woche), dann aber durchdringend. Das Wasser sollte
        mindestens 15 cm in den Boden eindringen. Gießen Sie oft und wenig, bleiben die Wurzeln in den oberen
        Erdschichten. Die Pflanze ist dann bei Trockenheit sehr anfällig.

    5. Standortgerecht pflanzen: Es gibt viele Pflanzen, die mit Trockenheit zurechtkommen und gar nicht gegossen 
        werden müssen.