
Dachdämmung – Überblick und Ratgeber
Eine Dachdämmung kann dafür sorgen, dass weniger Wärme durch das Dach entschwindet und du die Heizkosten senken kannst. Was eine Aufsparren-, Zwischensparren- und Untersparrendämmung ist und wie sie sich unterscheiden, erfährst du hier.
Warum das Dach dämmen?
Möchtest du Heizkosten sparen und es im Winter in deiner Wohnung warm haben, dann ist ein gedämmtes Dach essenziell. Vor allem über das Dach entschwindet aufgrund von Wärmebrücken und einer unzureichenden Dämmung viel Wärme. Der Wärmeverlust sorgt nicht nur dafür, dass die Heizung vermehrt arbeiten muss, sondern auch für höhere Heizkosten. Zudem wirkt sich das vermehrte Heizen negativ auf die Umwelt aus.
In einigen Fällen kann eine Dachdämmung oder Dachsanierung in der Schweiz aufgrund kantonaler Energiegesetze und -verordnungen zur Pflicht werden. Das ist vor allem dann relevant, wenn der Dachraum als Wohnraum genutzt wird oder im Rahmen einer umfassenden Sanierung Arbeiten an der Gebäudehülle erfolgen. Häufig kann es bereits ausreichen, nur die oberste Geschossdecke zu dämmen.
Oberste Geschossdecke dämmen

Nutzt du deinen Dachboden nicht, dann macht es Sinn, anstatt des Daches die oberste Geschossdecke zu dämmen. So sparst du Heizkosten und vermeidest Bauschäden – und das, ohne das Dach zu dämmen. Am besten eignen sich für die Dämmung der obersten Geschossdecke Dämmstoffe wie Polystyrol, Holzfaser, Steinwolle oder Glaswolle. Nutzt du den Dachboden als unbeheizten Stauraum, benötigst du härtere Dämmstoffe.
Für die Dämmung reinigst du zunächst die Geschossdecke und legst Dampfbremsfolie aus, die du vorher zurechtgeschnitten hast. Nun verlegst du den Dämmstoff auf der Folie und säge die Stoffe zu. Wenn du den Dachboden als Stauraum nutzt, musst du noch Gehbelag wie zum Beispiel OSB-Platten auf die Dämmung legen. Wichtig ist, dass die Platten schwimmend verlegt werden.
Auf-, Zwischen- oder Untersparrendämmung?

Bei der Dachdämmung kann man zwischen der Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung oder Aufsparrendämmung unterscheiden. Je nach Bauweise des Dachstuhls bietet sich eine der drei Dämmarten an. Während eine Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung auch vom versierten Heimwerker durchgeführt werden kann, sollte eine Aufsparrendämmung eine Fachkraft übernehmen. Alle drei Dämmarten sorgen dafür, dass Heizwärme nicht über das Dach entschwindet und sich der Dachboden im Sommer nicht allzu stark aufheizt.
In unseren Ratgebern erfährst du, wie du bei den Dämmarten Schritt für Schritt vorgehst, wie du den Stoff in die Sparren einbindest und was du beim Dachdämmen beachten musst.
Ratgeber zum Thema Auf-, Zwischen- oder Untersparrendämmung
Einblasdämmung – die fugenlose Alternative

Möchtest du dein Dach fugenlos dämmen, ist die Einblasdämmung eine gute Wahl. Hierbei werden Dämmflocken aus Zellulose oder Holzfaser maschinell in Hohlräume geblasen, sodass eine nahtlose Dämmschicht entsteht. So werden Wärmebrücken vermieden, durch die wertvolle Heizwärme enteichen kann. Gerade bei Dachschrägen oder schwer zugänglichen Stellen in Altbauten ist die Einblasdämmung oft eine zeitsparende und effiziente Lösung.
Während du eine Zwischensparren- oder Untersparrendämmung mit etwas Geschick selbst durchführen kannst, erfordert die Einblasdämmung spezielles Gerät und Erfahrung, um den Dämmstoff korrekt zu verdichten. Für ein optimales Ergebnis sollte diese Dämmart daher von einer Fachkraft übernommen werden.
Flachdach dämmen

Wenn du ein Flachdach dämmen möchtest, ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, ob das Dach begehbar sein soll oder nicht. Bei begehbaren Dächern werden Dämmung und Dampfsperre meist direkt auf die Unterkonstruktion gelegt – also eine Innendämmung vorgenommen. Die Dämmung muss hier druckfest sein und Schnee sowie Sturm standhalten. Wird das Dach nicht genutzt, kannst du es nachträglich von aussen dämmen.
Setze bei einer Aussendämmung auf wasserabweisende Dämmstoffe wie Dämmplatten aus PUR. Für die Innendämmung kannst du auch zu Platten aus Kunststoff oder Polystyrol greifen.
Dämmstoffe für die Dachdämmung

Bei den Dämmstoffen hast du die Wahl zwischen mineralischen, synthetischen und organischen Modellen. Bei organischen Dämmstoffen handelt es sich um nachhaltige Stoffe wie zum Beispiel Hanf, Kokosfasern oder Holzwolle. Diese Materialien wachsen wieder nach und eignen sich für die Zwischensparrendämmung. Mineralische Dämmstoffe wie Mineralschaum, Glaswolle, Mineralwolle oder Schaumglas sind anorganische Stoffe, die einen hohen Brandschutz bieten. Glaswolle wird zum Beispiel für die Aufsparrendämmung genutzt. Bei organischen und mineralischen Dämmstoffen kann es aber auch sein, dass synthetische Stoffe beigemischt wurden, um den Brandschutz zu verbessern.
Synthetische Dämmstoffe sind zum Beispiel EPS (Expandiertes Polystyrol), PIR (Polyisocyanurat-Hartschaum), PUR (Polyurethan) und XPS (Extrudiertes Polystyrol). Sie sind langlebig und resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Wie die Dämmstoffe in die Dachsparren eingebunden werden, erfährst du in unseren Ratgebern.
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Förderung und Kosten der Dachdämmung
Die fachgerechte Dämmung des Dachs ist mit erheblichen Kosten verbunden. Je nach Dämmart und Umfang der Arbeiten können die Ausgaben stark variieren. Für eine reine Dachdämmung liegen die Kosten häufig im Bereich von etwa CHF 50 bis CHF 250 pro Quadratmeter. Besonders aufwendige Lösungen wie eine Aufsparrendämmung sind in der Regel teurer, während eine Zwischen- oder Untersparrendämmung meist günstiger ausfällt. Bei einer Dachfläche von rund 100 m² können somit – abhängig von Material, Ausführung und Gebäudesituation – Gesamtkosten von mehreren tausend bis über zwanzigtausend Franken entstehen. Wird zusätzlich eine komplette Dachsanierung durchgeführt, können die Kosten sogar deutlich höher liegen.
Für energetische Sanierungen wie die Dachdämmung stehen in der Schweiz verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung aus Programmen von Bund, Kantonen und Gemeinden. Zentrale Anlaufstelle ist das Gebäudeprogramm, über das Massnahmen an der Gebäudehülle – darunter auch Dach- und Deckendämmungen – finanziell unterstützt werden. Die Höhe der Beiträge ist kantonal unterschiedlich, häufig werden jedoch pauschale Förderbeträge pro Quadratmeter Dämmfläche gewährt. Zusätzlich können energetische Sanierungskosten in vielen Fällen steuerlich geltend gemacht werden, was die finanzielle Belastung weiter reduziert. Voraussetzung für Fördergelder ist in der Regel, dass bestimmte energetische Mindestanforderungen eingehalten werden und der Antrag vor Beginn der Arbeiten eingereicht wird.

