Balkon winterfest machen

Spätestens Ende Herbst ist es so weit: Die Temperaturen lassen spürbar nach – der Winter steht vor der Tür. Falls du es noch nicht getan hast, ist es jetzt dringend an der Zeit, deinen Balkon winterfest zu machen. Wie genau du dabei vorgehst und was du alles beachten solltest? Wir erklären es dir.
Wie lässt sich ein Balkon winterfest machen?
Im Sommer hat der Balkon dir mit Bepflanzung, Grill und gemütlichen Sitzmöbeln als Outdoor-Wohnzimmer gute Dienste geleistet. Damit es dort ab dem nächsten Frühling wieder ebenso behaglich wird, sollte er allerdings vor der kalten Jahreszeit geschützt und gereinigt werden.
Zum richtigen Schutz vor dem Winter gehört es, Balkonmöbel und Grill einzulagern oder mit einer Schutzhülle vor Witterungseinflüssen zu schützen. Ausserdem solltest du Balkonboden, Geländer und Sichtschutz gut reinigen und pflegen. Bei deinen Pflanzen kommt es beim richtigen Winterschutz stark darauf an, um was für Gewächse es sich handelt: Tropische Pflanzen müssen zum Überwintern hinein in die Wohnung geholt werden, andere können richtig eingepackt draussen stehen bleiben und wieder anderen kann der Frost von Natur aus nichts anhaben.
Wir erklären dir, was genau du bei der Wintervorbereitung deines Balkons beachten musst.
Terrassen- und Balkonmöbel gründlich reinigen

Je nachdem, aus welchem Material deine Möbel sind, eignen sich manche Reinigungsarten besser als andere. Generell lässt sich sagen, dass sich der meiste Schmutz bereits mit einer weichen Bürste oder einem Lappen, lauwarmem Wasser und einer milden Seife gut entfernen lässt.
Hinweis: Lass die Balkon- und Terrassenmöbel nach der Reinigung und vor dem Einlagern trocknen, um Schimmel zu vermeiden.
Kunststoffmöbel säubern und schützen
Kunststoffmöbel sind generell eher unkompliziert, was die Reinigung angeht, sodass die Kombination aus Wasser und milder Seife meistens ausreichend ist.
Sollten weisse Möbel einen hartnäckigen Grauschleier bekommen haben, ist neben einem speziellen Kunststoffreiniger auch der Griff zu Hausmitteln eine Option. Du kannst für die Reinigung beispielsweise Backpulver nutzen: Mit einem feuchten Lappen oder weichen Schwamm auftragen, kurz einwirken lassen und in kreisförmigen Bewegungen über die Oberflächen gehen. Danach mit klarem Wasser nachspülen und wenn das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend ist, den Prozess wiederholen.
Verwende jedoch keine Scheuermittel – die enthaltenen Putzkörper können zu kleinen Rillen führen, die dann erst recht zum Schmutzmagneten werden.
Liegen, Stühle und Tische aus Polyrattan erfreuen sich auch aufgrund ihrer einfachen Pflege und Reinigung großer Beliebtheit. Die geflochtenen Terrassen- und Balkonmöbel lassen sich ebenfalls leicht mit Wasser, milder Seife und einer weichen Bürste oder einem Lappen reinigen.
Holzmöbel reinigen und pflegen
Holzmöbel sind etwas pflegebedürftiger als Kunststoffmöbel. Wische sie beim Reinigen immer in Faserrichtung ab und behandle vergrautes Holz oder hochstehende Fasern mit Schmirgelpapier.
Trage nach der gründlichen Reinigung und ausgiebigem Trocknen ein geeignetes Holzschutzmittel wie Öl, Lasur oder Wachs auf: Das pflegt und schützt das Holz.
Möbel abdecken und einlagern

Im Winter solltest du deine Terrassen- und Balkonmöbel vor Frost, Schnee und Hagel schützen. Vor allem bei Frost können sie schnell spröde werden und im Jahr darauf schon bei geringer Belastung kaputtgehen. Auch die Farbe verblasst mit der Zeit.
Kunststoffmöbel bringst du am besten in ein trockenes Winterquartier oder deckst sie alternativ mit einer passenden Plane oder Schutzhülle ab. Beschwere die Abdeckung an den Rändern mit Steinen oder Ähnlichem, damit Stürme sie nicht wegwehen.
Holz ist zwar bei richtiger Pflege witterungsbeständiger als Kunststoff, leidet aber auch unter Kälte und dauerhafter Nässe. Gerade heimische Hölzer benötigen einen kühlen und nicht zu trockenen Ort zum Überwintern – ist die Luft der Winterstation zu warm und trocken, bekommt das Holz eventuell Risse. Ölhaltigere Hölzer wie Eukalyptus oder Teak sind unempfindlicher, was Feuchtigkeit und Frost betrifft. Doch auch sie nimmt die Winterwitterung mit.
Im Gegensatz zu Kunststoffmöbeln solltest du bei Holzmöbeln das Abdecken mit einer Plane vermeiden: Kondenswasser durch Temperaturschwankungen und vom Boden aufsteigende Feuchtigkeit können darunter schnell für Schimmel an Liegen und Stühlen sorgen.
Den Balkonschirm bringst du geschützt drinnen unter oder versiehst ihn ebenfalls mit einer entsprechenden Schutzhülle – allerdings erst, wenn der Stoff komplett trocken ist. So kann sich kein Schimmel bilden.
Grill reinigen und einwintern

Zunächst reinigst du deinen Grill vor dem Einwintern gründlich: Den Grillrost mit einer Bürste schrubben und gegebenenfalls Grillreste verbrennen. Falls der Schmutz sich nicht entfernen lässt, kannst du Ofenreiniger verwenden. Sprühe deinen Rost damit ein und lege ihn danach in einen Müllbeutel. Nach vorgegebener Einwirkzeit schrubbst und spülst du ihn sorgfältig ab. Auch die anderen Teile des Grills reinigst du gründlich. Verwende dazu aber keine aggressiven Reiniger, sondern mildes Spülmittel und einen weichen Lappen.
Nach der Reinigung trocknest du den Grill ab, damit kein Rost entsteht. Falls du mit Gas grillst, drehe die Gasflasche ab, den Flaschenhahn zu und lagere die Flasche an einem geschlossenen, gut belüfteten Ort. Auch den Grill lagerst du ein oder deckst ihn alternativ mit einer wasserabweisenden Schutzhülle ab.
Terrassen- und Balkonpflanzen überwintern
Damit deine Pflanzen die kalte Jahreszeit gut überstehen, solltest du auch sie winterfest machen. Am besten schützt du deine Topfpflanzen vor Frost, indem du sie in einem kühlen, nicht zu dunklen Raum lagerst. Kontrolliere die Pflanzen aber zuvor auf Schädlingsbefall. Hast du keine Möglichkeit, die Pflanzen nach drinnen zu stellen, solltest du ein paar Vorkehrungen treffen: Damit deine Pflanzen nicht in ihrem Topf gefrieren oder schlimmstenfalls der Topf platzt, prüfe zunächst, ob die Drainage noch funktioniert. Eine gute Drainageschicht ist das A und O für eine optimale Versorgung der Pflanzen im Winter.
Da die Kälte von unten in den Topf zieht, stellst du deine Pflanzen am besten auf einen Stuhl oder Hocker oder alternativ auf Ziegelsteine. Wickele um die Töpfe eine Isolierschicht in Form von Luftpolsterfolie, Kokosmatte, Jute-Filz oder Vlies und sichere das Ganze mit Kordel. Decke ausserdem die Erde im Topf mit Laub oder Stroh ab. Zum Einwintern gehört auch das Entleeren aller Giesskannen und Wasserbehälter. Stelle vorsichtshalber auch die Wasserleitung ab und lasse das Restwasser herauslaufen, damit keine Rohre oder Gefässe platzen.








Weitere Tipps zum Überwintern von Terrassen- und Balkonpflanzen
Solltest du bei mehrjährigen Pflanzen einen Rückschnitt planen, sollte er früh genug vor dem ersten Frost stattfinden. So kann die Pflanze die Verletzung noch heilen, bevor die Kälte Einzug erhält – und mit ihr hin und wieder auch Krankheiten in die Stängel eindringen können. Zudem ist es bei Temperaturen unter 5 °C wahrscheinlicher, dass das Holz splittert.
Umzug ins Winterquartier
Alle frostempfindlichen Pflanzen solltest du vor dem ersten Frost von draussen in ihr Winterquartier umziehen lassen. Je nach Pflanze eignet sich dafür die Garage, aber auch ein Wintergarten, das Treppenhaus oder andere Räume, die frostgeschützt, aber auf keinen Fall wohnungswarm sind.
Kontrolliere Blätter und Stängel vor dem Umzug noch einmal auf Schädlinge: Das schützt die Pflanze und reduziert das Risiko, das du dir Ungeziefer ins Haus holst. Düngen fällt aus. Auch das Giessen solltest du für die nächsten Wochen sparsam dosieren, damit der Wurzelballen nicht austrocknet.
Welcher Standort und welche Behandlung für deine Pflanze im Einzelfall geeignet sind, recherchierst du am besten noch einmal im Detail in unseren umfangreichen Ratgebern, um jedem Gewächs im Winter ideale Bedingungen zu bieten.
Schutz vor der Kälte
Auch winterharte Pflanzen brauchen Schutz vor Eis und Kälte. Schiebe die Töpfe an die Hauswand, wo es einige Grad wärmer ist, und umwickle sie mit Schutzmaterial wie Jute, Luftpolsterfolie oder Gartenvlies – allerdings so, dass die Erde nicht abgedeckt ist, damit sich kein Schimmel bildet. Der Pflanze selbst stülpst du einen Jutesack über oder wickelst sie mit Vlies ein: So verdunsten die Blätter weniger Wasser und verhindern, dass die Pflanze trotz Fürsorge vertrocknet.
Schütze deine Pflanzen auch von unten vor der Kälte, indem du den Topf auf einen Holz- oder Styroporblock stellst. Streue auf die Erde zudem Tannenzweige: Das zusätzliche Polster schützt vor Eis und Schnee und sieht nebenbei auch winterlich aus. Wenn du dazu keine Nadelbäume hast, ist Jute als Abdeckung für die Erde ebenfalls gut geeignet.
Ungenutzte Pflanztöpfe vor Kälte schützen
Denke beim Wintercheck deiner Pflanzen auch an leere Töpfe und Pflanzgefässe. Gerade Terrakottatöpfe können bei eisigen Temperaturen leicht Schaden nehmen. Durch die offenen Poren dringt Wasser ein, das sich bei Frost ausdehnt und den Topf im schlimmsten Fall zerspringen lässt. Wenn du sie draußen stehen lässt, sollten sie wie überwinternde Pflanzen schützend eingepackt werden.
Ans Frühjahr denken
Setze, wenn du magst, direkt noch einige winterharte Zwiebeln für blühende Pflanzen im Frühjahr in die Erde. So begrüsst dich dein Garten, die Terrasse oder der Balkon bei der ersten Frühlingssonne mit Schneeglöckchen, Narzissen, Tulpen oder anderen bunten Blumen.
Balkonboden richtig reinigen

Dein Balkon steht jetzt leer und ist aufgeräumt – ideal, um nun auch den Boden winterfest zu machen. Im Herbst bildet sich hier schnell Grünbelag und es liegen vielleicht Laub und Pflanzenreste auf dem Boden. Damit der Schmutz im Winter nicht festfriert und sich im nächsten Frühjahr schwerer entfernen lässt, führst du eine Grundreinigung des Balkonbodens durch. Wähle dafür einen trockenen Tag aus, damit der Boden anschliessend trocknen kann, und räume vorher alle Gegenstände vom Balkon.
Entferne zunächst Unkraut, Moos und Algen mit einem Fugenkratzer und kehre deinen Boden mit einem Handfeger, bevor du mit Wasser und Reinigern stärker verschmutzte Stellen schrubbst.
Je nach Material verwendest du zum Reinigen einfach Spülmittel, Neutralreiniger oder spezielle Produkte. Da Holz, Bambus und WPC-Böden verwittern, pflegst du den Boden nach dem Trocknen mit Öl. So sieht die Farbe wieder frischer aus und dein Boden bleibt lange schön.
Noch näher auf die spezielle Reinigung von Balkon- und Terrassenböden aus Holz geht der nächste Abschnitt ein.




WPC- und Holzböden reinigen und pflegen
Bei Holzterrassen ist es ähnlich wie bei Naturstein sinnvoll, die Materialart im Hinterkopf zu haben. Besteht deine Terrasse aus einem weichen Nadelholz, wie Lärche oder Douglasie, sollte der Besen möglichst weiche Borsten haben, um die Dielen nicht zu beschädigen. In diesem Fall ist ein Hochdruckreiniger nicht ratsam.
Nach dem ersten Fegen geht es ans Entfernen eines eventuellen Grauschleiers, gefolgt vom gründlichen Schrubben der Dielen. Meist reichen dafür Hausmittel wie Soda, Spülmittel oder Schmierseife, um Grünbelag zu entfernen. Bei Harthölzern wie Bambus, Bangkirai oder Kempas lassen sich Verschmutzungen auch maschinell gut entfernen. Ob per Hand oder Maschine: Achte in jedem Fall darauf, die komplette Fläche zu reinigen, um einen einheitlichen Farbton zu bekommen.
Sind die Dielen sauber, sollten sie vor dem nächsten Schritt mindestens 24 Stunden durchtrocknen, damit keine Feuchtigkeit im Holz zurückbleibt. Trage als letzten Schritt ein pflegendes Öl auf.
WPC-Terrassen winterfit machen
Die Reinigung der Oberfläche dieses Holz-Kunststoff-Verbundstoffes ist unkomplizierter als bei reinem Holz. Meist reichen neben regelmässigem Fegen warmes Wasser, etwas Spülmittel und eine Bürste aus. Aufgrund des Holzanteils in den WPC-Dielen solltest du auch hier immer in Richtung der Maserung bürsten. Je nach Zusammensetzung der WPC-Dielen kann zusätzlich eine Imprägnierung des Terrassenbodens sinnvoll sein. Am besten wendest du dich direkt an den Hersteller, um eine konkrete Aussage und Pflegehinweise für deine WPC-Variante zu bekommen.
Geländer und Sichtschutz reinigen

Nicht nur deinen Boden, sondern auch dein Geländer und deinen Sichtschutz solltest du vor der kalten Jahreszeit reinigen. Entferne groben Schmutz mit einem Handfeger und putze dein Geländer dann mit lauwarmem Wasser mit einem Spritzer Neutralseife oder Spiritus oder bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen mit Lösungsmittelreiniger.
Holzgeländer kannst du nach der Reinigung mit Holzlasur oder -öl auffrischen. Glasflächen am Sichtschutz oder Geländer reinigst du mit Glasreiniger oder mit einem Essigessenz-Gemisch, das du je nach Verschmutzung eine Weile einwirken lässt.
Überdachung bei Terrasse oder Balkon reinigen

Die Reinigung der Balkon- oder Terrassenüberdachung ist im Herbst wichtig. Blätter werden entfernt und können auf dem Dach nicht vermodern, Regenwasser und Schneetau ordentlich abfliessen. Der Sommerschmutz, den du vor dem Winter beseitigst, macht es dir beim Frühjahrsputz deutlich einfacher.
Hinweis: Achte stets auf deine Sicherheit beim Arbeiten am Dach. Ist es zu riskant und du kannst dich nicht ordentlich absichern, lass die Reinigung von einem Fachbetrieb durchführen.
Fege die Überdachung ab und reinige sie mit einem weichen Schwamm oder Tuch und Wasser. Auch textile Überdachungen wie Markisen und Sonnenschirme brauchen hin und wieder eine Reinigung, bevor es in die Winterpause geht. Auf dem Stoff lassen sich viele Verschmutzungen meist unkompliziert mit einer weichen Bürste entfernen. Sollte das nicht reichen, nimm etwas Wasser dazu. Zu häufiges Waschen kann dazu führen, dass die Imprägnierung des Stoffes verloren geht.
Nach der Reinigung muss das Material unbedingt ausgiebig trocknen. An sonnigen Wintertagen solltest du ausserdem die Schutzhülle des Sonnenschirms entfernen und den Schirm aufspannen, um eventuelles Kondenswasser verdunsten zu lassen. So beugst du unschönen Stockflecken und Schimmel vor.







