Hochbeet richtig befüllen

Wie du ein Hochbeet richtig befüllst, zeigt dir dieser Ratgeber. Erfahre hier, welche unterschiedlichen Schichten aus Kompost, Erde und Sträucher bei einem Hochbeet für Gemüse oder Zierpflanzen notwendig sind und wie du das Beet vor Wühlmäusen schützt, um eine gute Ernte zu erhalten.
Wie befüllt man ein Hochbeet richtig?
Wie du dein Hochbeet richtig befüllst, hängt davon ab, welche Pflanzen darin wachsen sollen. Nutzpflanzen wie Gemüse und Kräuter haben einen höheren Nährstoffbedarf als Zierpflanzen wie Blumen und Gräser.
Ein Hochbeet wird immer in Schichten befüllt, die von unten nach oben feiner werden. Dadurch zersetzt sich die Biomasse in kurzer Zeit und es entsteht Wärme. Diese steigt nach oben und unterstützt das Wachstum der Gemüsepflanzen.
Wir zeigen dir eine Variante zum Befüllen eines Hochbeetes für Gemüse und Kräuter sowie eine Anleitung zum Befüllen eines Zierpflanzen-Hochbeetes. Ausserdem erfährst du, worauf du bei einem Hochbeet auf dem Balkon achten solltest.
Tipp: Das Hochbeet sollte mindestens 80 cm hoch sein. Diese Höhe ermöglicht rückenschonendes Arbeiten. Du kannst dann wie an einem Tisch aufrecht stehen und alle Vorteile des Hochbeetes richtig nutzen.
Hochbeet richtig platzieren
Vorbereitungen für das Hochbeet
Bevor du mit dem Befüllen deines Hochbeetes beginnst, triffst du ein paar Vorbereitungen:
Um das Hochbeet und den Boden vor Nässe, Feuchtigkeit und Verrottung zu schützen, kleidest du die Innenwände mit einer Schutzfolie aus. Dafür nutzt du beispielsweise Teich- oder Noppenfolie, die du mit einem Cutter zuschneidest. Bringe die Folie mit einem Tacker an den Innenwänden an.
Tipp: Markierungen auf der Folie helfen bei der späteren Befüllung mit den unterschiedlichen Schichten.
Lege ein Wühlmausgitter oder einen Hasendraht auf die Erde, auf der das Hochbeet stehen wird. Diese Massnahme verhindert, dass Wühlmäuse oder andere Nagetiere ins Beet eindringen und die Pflanzen beschädigen.
Um ein Nutzbeet anzulegen, benötigst du verschiedene organische Materialien. Gartenabfälle und Kompost eignen sich dafür bestens: Sie enthalten viele Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum anregen. Da die natürlichen Abfälle wie Äste, Laub und anderes Schnittgut überwiegend im Frühjahr und Herbst anfallen, lege dein Hochbeet idealerweise in dieser Zeit an.


Hochbeet für Gemüse befüllen
Für die Befüllung eines Nutzbeetes, das mit Gemüse oder Kräutern bepflanzt werden soll, gibt es verschiedene Varianten und Zusammensetzungen. Bei der hier vorgestellten Hochbeetbefüllung arbeitest du mit insgesamt vier Schichten.
Die erste Schicht ist die Gehölzschicht. Sie bedeckt das Wühlmausgitter und bildet damit den untersten Teil, der aus möglichst grobem Material bestehen sollte. Schichte Äste, Zweige, Strauchschnitt und Wurzeln etwa 20 cm hoch ein, sodass das Beet gut durchlüftet und der Verrottungsprozess beschleunigt wird.
Hinweis: Verwende keine Rosenzweige oder Efeu sowie kein Laub von Nussbäumen, da Letzteres das Wachstum hemmt. Auch auf Thuja und Nadelholz solltest du verzichten.
Die zweite Schicht, auch Laubschicht genannt, sollte ebenfalls luftig sein. Dafür kannst du gehäckselte Äste, Laub und Rasenschnitt nutzen. Die Höhe dieser Schicht beträgt circa 10 cm bis 15 cm und stellt unter anderem sicher, dass die oberen feinen Schichten nicht absacken.
Die dritte Schicht, die du aufträgst, ist die Kompostschicht. Sie ist etwa 20 cm hoch. Der Kompost stellt die Nährstoffe und Wärme für die Kräuter und Gemüsepflanzen bereit. Dazu eignen sich zum Beispiel grobe Garten- und Bioabfälle oder Material aus dem Komposter.
Die vierte Schicht ist die Pflanzschicht. Dieser Teil der Hochbeetbefüllung sollte aus hochwertiger Erde bestehen und jährlich nach jeder Ernte aufgefrischt werden. Verwende hierfür am besten spezielle Hochbeeterde, torffreie Humuserde oder fertige Komposterde. Weniger qualitative Erde neigt zum Verklumpen und kann die Wurzeln der Pflanzen beschädigen. Die obere Schicht ist circa 30 cm hoch.
Ist das Hochbeet in dieser Weise aufgebaut, kannst du es mehrere Jahre bepflanzen. Setze in den ersten Jahren Starkzehrer ins Beet und bepflanze es später mit Mittel- und Schwachzehrern, die weniger Nährstoffe benötigen. Das grobe Material verrottet nach und nach, was Wärme und nährstoffreiche Erde erschafft. Nach rund fünf Jahren solltest du die gesamte Befüllung erneuern.

Hochbeet wiederbefüllen
Möchtest du dein Hochbeet im kommenden Frühjahr erneut bepflanzen, füllst du es zunächst wieder auf. Durch den Verrottungsprozess und die Nährstoffentnahme durch Starkzehrer sackt die Erde ab, weshalb du neue Hochbeeterde einfüllst.
Entferne dazu die oberste Erdschicht und fülle Kompost oder halb verrotteten Pferdemist ein. Danach gibst du wieder etwa 20 cm hoch für das Hochbeet geeignete Pflanzerde dazu. Nun kannst du das Beet erneut bepflanzen.
Tipp: Bedecke das Beet ab Herbst durchgehend mit organischem Material wie Rasenschnitt, Laub oder Hackschnitzeln. So bildet sich neuer Humus, der im nächsten Jahr als Kompostschicht dient.
Tipps zur richtigen Pflanzfolge und zu Beetnachbarn findest du in unserem Ratgeber.

Hochbeet für Zierpflanzen
Wenn du das Hochbeet als Zierbeet für Pflanzen nutzen möchtest, kannst du bei der Hochbeetbefüllung auf eine komplexe Beschichtung verzichten. Hast du ein Gitter gegen Nagetiere wie zum Beispiel Wühlmäuse eingelegt, trägst du eine 20 cm hohe Kiesschicht auf. Auf diese Schicht kommt wiederum Hochbeeterde.
Hinweis: Trenne zunächst die Kiesschicht von der Erdschicht durch ein Gartenvlies. Das Vlies verhindert, dass die Erde in die Kiesschicht geschwemmt wird.
Die Kiesschicht sollte ungefähr ein Drittel der Füllung ausmachen, die Pflanzerde dementsprechend zwei Drittel. Durchschnittlich sackt die Füllung des Hochbeetes durch die Verrottung der biologischen Bestandteile in jedem Jahr etwa 10 cm bis 20 cm zusammen, sodass du die oberste Schicht jährlich erneuerst.
Soll das Hochbeet im Garten stehen, setze es am besten auf Kantensteine oder senkrecht eingegrabene Gehwegplatten. So sind Hochbeet und Untergrund voneinander getrennt, wodurch Fäulnis besser verhindert wird. Zudem erhältst du so eine Mähkante und das Hochbeet wird beim Rasenmähen nicht beschädigt.

Nutzbeet auf dem Balkon
Wenn das Hochbeet statt auf einer Terrasse oder im Garten auf dem Balkon stehen soll, achte darauf, dass es nicht zu gross und zu schwer ist, damit der Balkon der Last standhalten kann. Informiere dich bei deinem Vermieter, der Hausverwaltung oder dem Bauunternehmen, wie viel Gewicht der Balkon tragen kann.
Um die Last des Hochbeetes so gering wie möglich zu halten und dennoch eine gute Ernte zu erhalten, legst du die einzelnen Schichten des Hochbeetes dünner an. Wähle ein Hochbeet für den Balkon, das auf Füssen steht, damit du trotzdem in angenehmer Höhe arbeiten kannst. Befülle das Hochbeet mit den organischen Materialien und stelle sicher, dass die Pflanzerde ausreichend tief ist, damit das Gemüse wurzeln kann.
Tipp: Wenn dein Hochbeet keinen Filter hat, über den Wasser ablaufen kann, dann statte es vor dem Befüllen mit einem Vlies aus, um Staunässe zu vermeiden.
Mit einer passenden Abdeckung nutzt du das Hochbeet auch als Frühbeet.







