So gelingt ein insekten- und bienenfreundlicher Garten

Insekten sind nützliche Helfer im eigenen Garten, doch besonders die Wildbiene und die Honigbiene sind zunehmend bedroht. Wir zeigen dir, wie Bienen deinen Garten sehen und geben dir neben Tipps zur richtigen Pflanzenauswahl weitere Ideen zu einer bienenfreundlichen Gartengestaltung. So schaffst du den Insekten ein Nahrungsangebot sowie einen Lebensraum und tust der Umwelt etwas Gutes.
Warum ist ein bienenfreundlicher Garten wichtig?
So sieht eine Biene deinen Garten
Bienen nehmen Farben anders wahr als wir. Deswegen macht es bei der Wahl der Pflanzen Sinn, deinen Garten mit Bienenaugen zu betrachten. Rote Rosen sehen sie etwa als schwarze Flecke und knallgelbe Sonnenblumen erscheinen violett. Warum? „Bienen sehen ein anderes Spektrum, was die Längen der Lichtwellen angeht“, weiss Gartenbauingenieur Davit Arican. „Zwar haben sie ebenfalls drei Farbrezeptoren wie der Mensch, allerdings reagieren Bienen unterschiedlich auf die Wellenlänge des Lichts. Sie können kein Rot sehen, aber dafür nehmen sie bereits Lichtwellen wahr, die im kurzwelligen UV-Bereich liegen.“ Das sorgt auch dafür, dass sie Muster in der Natur sehen, die für uns nicht sichtbar sind. Margeriten, Gänseblümchen und Veilchen etwa sind für uns einfarbig, Bienen locken sie jedoch mit ihren auffälligen UV-Muster besonders an.


Wie lässt sich ein bienenfreundlicher Garten anlegen?
Ein besonders bienenfreundlich gestalteter Garten erfordert Planung. Elemente, die den Lebensraum von Insekten bereichern, sind beispielsweise:
Teiche
Hecken
Kompost
Totholzstapel
Insektenhotel
Stauden
Durch die Unterteilung des Gartens durch kleine Buchsbaumhecken und Stauden entstehen zudem geschützte Biotope, die vielen Insektenarten eine Heimat bieten können.
Auch kleine Veränderungen zeigen bereits eine grosse Wirkung: Achte bei der Auswahl deiner Beetpflanzen darauf, dass diese offene Blüten haben, damit die Insekten den Nektar und die Pollen erreichen. Pflanze auch Sorten, die vor und nach der Saison blühen. Damit verlängert sich der Zeitraum, in dem die Blüten Insekten aller Art als Nahrungsquelle dienen.
Auch blühende Kräuter sind für Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten nützlich, deshalb bietet sich für einen insekten- und bienenfreundlichen Garten eine Kräuterpyramide an.
Beispiel für die Gestaltung eines insektenfreundlichen Gartens
Es gibt also verschiedenste Möglichkeiten, wie du deinen Garten in ein Paradies aus Stauden, Nektar und somit Nahrung für Bienen und andere Insekten verwandeln kannst. Ein 12 m² grosses Beet für einen sonnigen bis halbschattigen Standort beispielsweise liesse sich so gestalten:
1 Schmetterlingsflieder (Buddleja Hybrideni Scrophulariaceae), bunt, 1 Stück
2 Schmetterlingsflieder (Buddleja Hybrideni Scrophulariaceae), rot, 1 Stück
3 Schneeball (Viburnum opulus), 1 Stück
4 Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), 1 Stück
5 Zwergspiere (Spiraea japonica „Little Princess“), 5 Stück
6 Buchsbaum Kugel (Buxus sempervirens), 3 Stück
7 Garten-Lavendel (Lavandula angustifolia „Hidcote Blue“), 16 Stück
8 Immergrün (Vinca minor), 20 Stück
9 Steppensalbei (Salvia nemorosa „Rose Queen“), 12 Stück
10 Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), 11 Stück
11 Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris „Blaue Glocke“), 30 Stück
12 Katzenminze (Nepeta faassenii), 10 Stück
13 Garten-Thymian (Thymus serphyllum „Coccineus“), 15 Stück
14 Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii „Arendsii“), 9 Stück
15 Blutroter Storchschnabel (Geranium cinereum), 15 Stück
16 Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), 7 Stück
17 Bruchstein (hellgrau, 80 – 200 mm, lose), für 0,4 m²
18 Zierkies (grau, 16 – 32 mm), ca. 120 kg
19 Einfassung Trockenmauerstein, 6,5m² als Binder
20 Farbige Hölzer (Länge 2 – 2,50 m, Holzstangen & -stiele sowie Lasuren oder Lacke nach Wahl)

Ein Bienengarten fürs ganze Jahr
Wichtig für einen bienenfreundlichen Garten sind Abwechslung und Vielfalt: Wähle für die Gestaltung des Gartens daher viele Blühpflanzen aus. Kombiniere die verschiedenen Blühzeiten der Pflanzen am besten so, dass von Frühjahr bis Herbst immer etwas blüht. Dadurch steht den Honigbienen, Wildbienen und anderen Insekten so lang wie möglich ein breites Angebot an Nahrung zur Verfügung.
Als besonders bienenfreundliche Pflanzen gelten die Frühjahrspflanzen Krokusse und Schneeglöckchen. Später locken Flieder, Nelken, Malven und Rittersporn Insekten in den Garten – sowie auch blühende Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Lavendel und Thymian. Im Herbst sind es zum Beispiel die Blüten der Fetten Henne sowie der Aster.

Weitere Tipps für bienenfreundliche Pflanzen
Nicht jede blühende Pflanze ist auch bienenfreundlich: So sind Blumen mit gefüllten Blüten etwa vergleichsweise schlecht für Bienengärten geeignet, da sie den Tieren kaum Nektar bieten. Die gefüllten Blüten enthalten in der Regel viele Blütenblätter und dafür wenige bis gar keine Staubblätter. Das ist zum Beispiel bei vielen Rosenzüchtungen der Fall. Die Nahrungsaufnahme und einhergehende Bestäubung der Pflanzen durch Pollen wird den Bienen dadurch erschwert. Pflanze stattdessen lieber Sorten mit offenen Blüten.
Grundsätzlich werden Bienen von der Farbe Blau angezogen. Daher bieten sich zum Beispiel Traubenhyazinthen oder Herbst-Blaustern für einen bienenfreundlichen Garten an. Besonders gern fliegen Bienen und andere heimische Insekten zudem die ebenfalls heimischen Pflanzen an. Es lohnt sich also, vornehmlich auf die heimische Flora zu setzen, damit Schmetterlinge, Bienen und Hummeln sowie Raupen die essenziellen Dinge in deinem Garten finden, die sie zum Leben benötigen.

Chemie vermeiden und Bienen schützen
Achte in deinem insekten- und bienenfreundlichen Garten darauf, möglichst wenige chemische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel einzusetzen. Im besten Fall verzichtest du komplett auf chemische Hilfsmittel. Sollte sich die Verwendung nicht vermeiden lassen, verlege die Anwendung in die Abendstunden nach dem Bienenflug.
Gegen Schädlinge lassen sich ausserdem oft auch Nützlinge einsetzen. Dies sind kleine Tiere, die unliebsame Schädlinge im Garten fressen. Besonders gegen Milben kannst du auf diese Weise vorgehen – diese können das Bienensterben begünstigen. Beliebte Nützlinge sind Marienkäfer, Florfliegen und die sogenannten Nematoden.
Auch wenn es um den Dünger geht, ist von chemischen Hilfsmitteln abzuraten, Biodünger und Humuserde aus dem eigenen Kompost sind gute Alternativen zu chemischen Produkten.

Nisthilfen für Wildbienen bauen
Um Wildbienen in deinen Garten zu locken, sind sogenannte Insektenhotels eine einfache Möglichkeit: Sie bieten Insekten wie Bienen und Hummeln ein Zuhause zum Nisten und Überwintern.
Wenn du ein solches Insektenhotel selbst bauen möchtest, besorgst du dir am besten zunächst etwas Kiefernholz und baust daraus einen rechteckigen Kasten in der von dir gewünschten Grösse. Diesen verschliesst du auf der Rückseite mit einer dünnen Platte, etwa aus Pressspan.
In deinen Kasten bringst du nun einige Hölzer, Aststücke oder Baumscheiben hinein. Dafür greifst du am besten auf ein heimisches Hartholz wie zum Beispiel Buche oder Eiche zurück, da bei weichen Hölzern die Gefahr der Rissbildung zu gross ist, ausserdem quillen sie bei Feuchtigkeit schnell auf und dadurch könnten sich die von dir gebohrten Löcher eventuell verschliessen. Auch harzendes Holz solltest du unbedingt vermeiden, denn das Harz ist tödlich für Insekten.
Bohre in die Holzscheiben Löcher, die 3 mm bis 10 mm Durchmesser haben und etwa 6 cm tief sind. Die gebohrten Löcher sollten dabei saubere Kanten aufweisen, damit die Flügel der Insekten unverletzt bleiben.
Die Lücken um die Holzscheiben herum füllst du im nächsten Schritt mit Bambus- oder Schilfröhrchen auf. Auch diese solltest du noch einmal mit einer Nadel von innen reinigen. Die Montage eines Gitters zum Abschluss ist sinnvoll, um die Insekten vor Vögeln zu schützen.


Insektenhotels richtig aufstellen
Oft sind Nisthilfen für Insekten mit ihrer Tiefe von 10 cm bis 12 cm nicht grösser als vergleichbare Modelle für Vögel und können bequem in einer Ecke des Gartens platziert werden. Bringe das Insektenhotel an einem Ort an, der sonnig, regen- und windgeschützt ist. Achte ausserdem darauf, dass das es nicht direkt auf dem Boden steht, damit keine Feuchtigkeit von unten eindringen kann. Ebenfalls als nützlich erweisen kann sich übrigens ein "unaufgeräumter" Bereich im Garten, wo altes Holz lagert. In dieses können einige Käferarten Löcher hineinarbeiten, die wiederum andere Insekten als Nistplätze nutzen.
Sorge zudem dafür, dass die Bewohner in der unmittelbaren Umgebung des Insektenhotels Nahrung finden. Hier gilt: je vielfältiger die Blütenpflanzen, desto vielfältiger die Insekten in deinem Insektenhotel.
Darüber hinaus benötigen Bienen und andere Insekten Wasserstellen zur Flüssigkeitsaufnahme im Garten. Ein flacher Rand am Gartenteich ermöglicht ihnen einen leichteren Zugang, zudem bringt der Teich als Biotop mehr Insekten hervor als dieselbe Fläche an Land. Achte allerdings darauf, dass du in den Teich keine Fische einsetzt, da diese als Fressfeinde die Insektenpopulation reduzieren. Doch auch Vogeltränken oder flache Schälchen, die du inmitten der blühenden Pflanzen positionierst, eignen sich als Wasserstelle.










