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Giftpilze am Aussehen erkennen

Fliegenpilz im Wald

Giftpilze sehen bestimmten essbaren Pilzen oft zum Verwechseln ähnlich. Im Ratgeber stellen wir dir fünf Giftpilze vor und geben dir Tipps, worauf du beim Pilze sammeln im Spätsommer und Herbst achten solltest.

Giftpilze beim Sammeln identifizieren

Giftpilze und essbare Pilze sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich. Wenn sich unter den im Wald oder auf der Wiese gesammelten Pilzen versehentlich ein Giftpilz versteckt, dann sind die Giftstoffe nicht immer so geschmacksintensiv, dass das Essen ungeniessbar wird und man die Gefahr sofort erkennt.

Daher ist äusserste Vorsicht geboten, bevor die Pilze gegessen werden. Die Folgen einer Pilzvergiftung sind vielfältig und können im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Wer Pilze suchen geht, sollte sich gut darauf vorbereiten. Wichtig sind die notwendige Ausrüstung sowie ein grundlegendes Wissen über essbare, ungeniessbare und giftige Pilze.

Welche Pilze du sammeln kannst und welche du lieber im Wald stehen lässt, erfährst du am besten in Fachbüchern für Pilzsammler. Sie beschreiben die jeweiligen Pilze detailliert und anhand von Bildern.

Wenn es geht, solltest du einen entsprechenden Lehrgang besuchen. Hier verraten Experten, welche Pilze in deiner Region heimisch sind. Dort lernst du auch, an welchen Merkmalen die essbaren Pilze und auch die Giftpilze zu erkennen sind.

In diesem Ratgeber stellen wir dir die folgenden fünf Giftpilze im Detail vor:

  • Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
  • Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
  • Gifthäubling (Galerina marginata)
  • Orangefuchsiger Raukopf (Cortinarius orellanus)
  • Spitzgebuckelter Raukopf (Cortinarius rubellus)

Die richtige Ausrüstung zum Pilze sammeln

Frau hält einen Korb mit Pilzen.

Sammle die gefundenen Pilze in einem offenen Korb. Ein Geschirrhandtuch auf dem Korbboden nimmt überschüssige Flüssigkeit auf und ist ein gutes Polster für die Pilze.

Was die Ausrüstung betrifft, solltest du Folgendes mitnehmen: Ein offener Korb, ausgelegt mit einem Geschirrtuch, ist für den Transport am besten geeignet. Der verhindert, dass die Pilze Druckstellen bekommen.

Plastiktüten dagegen schneiden die Pilze von der Frischluft ab. So verderben sie schneller. Das wiederum kann zu einer Vergiftung führen – ganz ohne Giftpilze.

Ebenfalls zur Ausrüstung beim Pilze sammeln gehört ein scharfes Messer. Damit schneidest du die Pilze ab. Achte ausserdem auf einen guten Zeckenschutz, wenn du in Wäldern und Wiesen unterwegs bist.

Wieder zu Hause angekommen, entfernst du Reste von Erde und Laub nur mit Küchenkrepp, einer feinen Bürste oder einem Pinsel. Wasche die Pilze nicht mit Wasser. Das saugen sie nämlich auf wie ein Schwamm und die Zubereitung wird entsprechend wässrig.

Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)

Grüner Knollenblätterpilz

Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zu den bekanntesten Giftpilzen hierzulande. Ist er noch jung, riecht er süsslich.

Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zur Familie der Knollenblätterpilze und ist hierzulande neben dem Fliegenpilz einer der bekanntesten Giftpilze. Der Hut des Giftpilzes schimmert in unterschiedlichen Grün-Schattierungen. Von der Hutmitte ausgehend wird die Farbe zum Hutrand hin heller.

Die Unterseite des Huts besteht aus langen, weissen Lamellen. Je älter der Pilz ist, desto mehr verfärben sich die Lamellen gelblich grün. Der Hut sitzt auf einem zylindrischen Stiel, der bis zu 15 cm lang wird. Der Stiel des Pilzes hat eine leichte Zickzack-Bänderung. Am Übergang von Hut zu Stiel befindet sich eine feine Manschette.

Die Basis des Pilzes ist knollenartig verdickt. Daher stammt auch der Name. Er wächst von Juli bis November bevorzugt unter Eichen in lichten Laubwäldern. Eher selten ist er unter Linden oder Hainbuchen zu finden. Ein weiteres Merkmal ist der Geruch: Als junger Pilz riecht er süsslich und honigartig. Ältere Pilze riechen dagegen unangenehm.

Das Gift im Grünen Knollenblätterpilz besteht aus Amatoxinen und Phallotoxinen. Schon in geringer Dosis führen sie zu Erbrechen, starken Bauchkrämpfen, Kreislauf- und Herzversagen, Muskelkrämpfen, blutigen Durchfällen und Leberzersetzung.

Besteht der Verdacht einer Vergiftung mit dem Grünen Knollenblätterpilz, musst du dich sofort in ein Krankenhaus begeben. Die Gifte fangen nach 4 Stunden bis 24 Stunden an zu wirken.

Vorsicht vor Verwechselungen: Der Grüne Knollenblätterpilz ist an der charakteristischen Knolle an der Stielbasis zu erkennen und an der grünen Hutfärbung. Allerdings haben junge Knollenblätterpilze noch keine grünliche Hutfarbe. Daher sind sie leicht mit jungen Bovisten zu verwechseln.

Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)

Kegelhütiger Knollenblätterpilz.

Der Kegelhütige Knollenblätterpilz wächst im Frühsommer und bis in den späten Herbst. Unter Fichten ist er besonders oft zu finden.

Ein weiterer Vertreter der Knollenblätterpilze ist der Kegelhütige Knollenblätterpilz. Er spriesst vom Frühsommer bis in den Spätherbst gern unter Fichten in Misch- oder Nadelwäldern.

Sein auffälliger Hut erreicht einen Durchmesser von bis zu 15 cm. Der Giftpilz ist als Jungpilz weiss. Je älter er wird, desto mehr dunkelt der Kegelhütige Knollenblätterpilz in Richtung Altweiss nach. Auch ist der Hut in seiner Anfangszeit noch halbkugelig. Später dehnt er sich zur Tellerform aus. Die Unterseite besteht aus feinflockigen, weissen Lamellen.

Der Stiel ist bis zu 15 cm lang. Die Farbe ist weiss bis schmutzig-weiss. Zudem ist der Stiel des Kegelhütigen Knollenblätterpilzes faserig und farblich unregelmässig gezeichnet. Am Übergang zum Hut befindet sich auch hier eine feine Manschettenhaut. Die Basis des Stiels hat ebenfalls die Form einer Knolle.

Der Geruch ist ähnlich wie der von Rettich und leicht süsslich. Je älter der Pilz wird, desto muffiger riecht er. Im Geschmack fällt er dagegen nicht unangenehm auf. Auch dieser Giftpilz enthält Amatoxine und Phallotoxine. Daher können bereits kleinste Mengen zu Leberschäden führen.

Vorsicht vor Verwechslungen: Der Kegelhütige Knollenblätterpilz ähnelt jungen Champignons und Bovisten.

Gifthäubling (Galerina marginata)

Gifthäubling

Der Gifthäubling wird etwa 8 cm gross. Er wächst meist in Gruppen.

Der Gifthäubling wird auch Nadelholzhäubling genannt. Die Pilze sind mit ihren etwa 8 cm eher klein und kommen meist in Gruppen vor. Zwischen August und Oktober wächst der Giftpilz gern an Totholz.

Der Hut des Gifthäublings ist honigbraun bis hellbraun. Auch die Lamellen auf der Hutunterseite sind hellbraun. Im Durchmesser kommt der Hut auf bis zu 7 cm. Im Vergleich dazu wirkt der Stiel mit seinen maximal 7 cm geradezu zierlich. Er ist haselnussfarben mit silbrigen Fasern.

An der Basis ist der Gifthäubling oft stark weiss-silbrig verfilzt. Erkennbar ist der Giftpilz neben seinem Äusseren aber insbesondere am Geruch, denn dieser ist abstossend muffig. Und wie der Grüne Knollenblätterpilz und Kegelhütige Knollenblätterpilz, so enthält auch der Gifthäubling Phallotoxine und Amatoxine.

Orangefuchsiger Raukopf (Cortinarius orellanus)

Der Orangefuchsige Raukopf ist tiefbraun und trägt einen leicht gebuckelten und feinschuppigen Hut. Im Alter stellt sich dieser leicht auf. Daher besteht die Gefahr, ihn mit Pfifferlingen zu verwechseln.

Mit Trompetenpfifferlingen steht er auch häufig zusammen. Der Giftpilz aus der Familie der Rauköpfe wächst in Laubwäldern vom Sommer bis in den Spätherbst hinein unter Buchen und Eichen.

Im Durchmesser wird der Pilz bis zu 8 cm gross. Auf der Hutunterseite befinden sich die für diesen Raukopf charakteristischen zimtbraunen Lamellen mit Zwischenlamellen.

Der Stiel ist zylindrisch und an der Basis rostbraun. Zum Hut hin wird er heller und besitzt keine Manschette – wie sie beispielsweise die Knollenblätterpilze haben – beim Übergang zum Hut. Der Stiel dieses Giftpilzes fühlt sich samtig an.

Der Geruch erinnert auch bei diesem Giftpilz an Rettich. Im Geschmack ist er mild, daher fällt er in einem Gericht aus verschiedenen Pilzen nicht weiter auf. Überprüfe vor dem Kochen also noch einmal genau, ob sich nicht doch ein Giftpilz unter die Ernte geschlichen hat.

Der Orangefuchsige Raukopf enthält giftige Orellanine und Nephrotoxine. Diese schädigen Leber und Nieren. Das tun sie aber nicht sofort. Es kann zwischen 2 Tagen und 17 Tagen dauern, bis das Gift anfängt zu wirken.

Vorsicht vor Verwechselungen: Mit Pfifferlingen und Trompetenpfifferlingen kann der Orangeköpfige Raukopf leicht verwechselt werden. Das gilt insbesondere für ältere Exemplare des Raukopfs.

Spitzgebuckelter Raukopf (Cortinarius rubellus)

Spitzgebuckelter Raukopf

Der Spitzgebuckelte Raukopf steht in feuchten, sumpfigen Gegenden. Von August bis Oktober ist seine Saison.

Spitzgebuckelter Raukopf und Orangefuchsiger Raukopf sehen sich sehr ähnlich. Der Spitzbuckel bevorzugt jedoch sumpfige, feuchte Böden mit viel Moos. Er ist häufig von August bis Oktober unter Tannen und Fichten in Nadelwäldern zu finden.

Der Hut dieses Giftpilzes hat einen Durchmesser von bis zu 7 cm und ist orangerot. Auch beim Spitzgebuckelten Raukopf stellt sich der Hut im Alter etwas auf.

Auf der Unterseite des Huts findest du auch hier zimtbraune Lamellen und Zwischenlamellen. Der rostbraune Stiel ist an der Basis dicker als an der Spitze und fühlt sich samtig an. Eine Ringzone oder Manschette ist bei diesem Pilz nicht vorhanden.

Der Geruch des Spitzgebuckelten Raukopfs erinnert an Rettich. Im Geschmack ist er mild und unauffällig. Somit ist dieser Giftpilz in einem Pilzgericht geschmacklich nicht gleich als solcher zu bemerken. Sei daher besonders sorgfältig beim Überprüfen der Pilzernte, bevor du mit dem Kochen beginnst.

Wie beim Orangefuchsigen Raukopf, so sind auch hier Orellanine und Nephrotoxine im Pilz enthalten. Diese Giftstoffe führen bei Verzehr zu schweren gesundheitlichen Problemen und können sogar tödlich sein.

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