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Gemüse im Gewächshaus anbauen – Worauf muss ich achten?

Gewächshaus mit Hochbeet und Pflanzen

Um wärmeliebendes Gemüse und Obst anzubauen und die Anzucht zu erleichtern, lohnt sich die Anschaffung eines Gewächshauses. Erfahre in diesem Ratgeber, worauf du beim Anbau im Gewächshaus achten musst.

Wofür braucht man ein Gewächshaus?

Ein Gewächshaus ist der ideale Ort, um dein eigenes Gemüse im Garten anzubauen: Da es vor Regen, Wind und Schnee schützt, gelingt die Anzucht oft wesentlich besser als im Freien. Zudem ist die Aussaat mehrere Wochen früher möglich, was deine Erntezeit deutlich verlängert. Darüber hinaus kannst du mit einem Gewächshaus für höhere Temperaturen sorgen, was insbesondere den Anbau von wärmeliebendem Gemüse wie Paprika, Tomaten und Auberginen erheblich erleichtert. Im Winter lassen sich zusätzlich Kübelpflanzen im Gewächshaus überwintern.

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Welche Gewächshäuser gibt es?

Gewächshaus in einem Garten

Zunächst lässt sich unterscheiden zwischen beheizten und unbeheizten Gewächshäusern. Für den Anbau von tropischen Pflanzen, wärmeliebenden Obst- und Gemüsesorten oder saisonunabhängigem Gemüseanbau wählst du besser ein beheiztest Gewächshaus. Um regionales Saisongemüse anzubauen, ist ein unbeheiztes Exemplar allerdings mehr als ausreichend. Darüber hinaus gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Bauarten: Du kannst beispielsweise ein freistehendes Gewächshaus wählen, ein Anlehnhaus oder je nach Geschmack einen Pavillon.

Was kann ich im Gewächshaus anbauen?

Hände pflanzen Tomatenpflanze in Erde ein
Kräuter in einem Beet in einem Gewächshaus

Besonders geeignet für den Anbau im Gewächshaus sind Kohl- und Blattgemüse wie Salat und Kohlrabi sowie Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen und Paprika. Aber auch Kräuter wie etwa Basilikum und Kresse oder auch Gurken lassen sich wunderbar unter Glas anbauen. Wenn du ausserdem für die richtigen Temperaturen, Lichtverhältnisse und die passende Luftfeuchtigkeit in deinem Gewächshaus sorgst, gedeihen sogar exotische Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Feigen oder Maracujas.

Nicht jedes Gemüse verträgt sich allerdings miteinander. Wenn du verschiedene Gemüsesorten anbaust, solltest du darauf achten, was du nebeneinander pflanzt: Paprika und Tomate sind beispielsweise keine guten Beetnachbarn, Paprika und Endivie hingegen vertragen sich besonders gut. Einige Gründe, warum sich manche Gemüsesorten nicht vertragen, sind etwa ein unterschiedlicher Wasser-, Platz- und Nährstoffbedarf. Auch Krankheiten und Schädlinge können im schlimmsten Fall zwischen falschen Beetnachbarn übertragen werden. Mache dir also am besten einen Plan, mit welchem Gemüse du dein Gewächshaus bepflanzen möchtest und wie du es anordnest, um eine richtig gute Ernte zu erhalten. Oft hilft es dabei, die konkurrierenden Sorten in unterschiedliche Beete zu pflanzen oder sie durch eine neutrale Gemüsesorte zu trennen.

Was du vor dem Anbau beachten solltest

Hochbeete mit Salat in einem Gewächshaus

Manchmal ist weniger mehr! Wenn es um dein Gewächshaus geht, solltest du deinem Gemüse genügend Platz lassen. Denn nur wenn die Abstände zwischen den Pflanzen gross genug sind, können sich die Pflanzen optimal entwickeln und deine Ernte auch üppig ausfallen.

Bedeutend für gesunde Pflanzen und eine dementsprechend gute Ernte ist darüber hinaus auch der Boden. Dieser sollte von Wildwuchs befreit, aufgelockert und entsprechend der Gemüsesorte mit Nährstoffen versorgt sein. Dazu kannst du den Boden mit eigenem Kompost, Brennnesseljauche oder Dünger anreichern. Hast du dir deinen Platz gut eingeteilt und den Boden vorbereitet, kann es auch schon losgehen.

Aussaat im Gewächshaus

Hand sät Samen in den Boden

Je nach Gemüsesorte und je nachdem, ob du ein beheiztes oder unbeheiztes Gewächshaus im Garten stehen hast, kannst du zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr mit der Aussaat beginnen. Dabei gilt: Pflanzen mit der längsten Reifezeit sollten als erstes einen Platz im Gewächshaus finden. Für Gemüsesorten mit kurzer Keimdauer ist dabei die direkte Aussaat in dein Gewächshaus sinnvoll – dazu gehören beispielsweise Radieschen und Salat. Für Gemüsesorten mit längerer Keimdauer empfiehlt es sich, diese im Vorfeld vorzuziehen und danach erst ins Gewächshaus zu pflanzen. Das ist beispielsweise bei Tomaten, Paprika und Chili der Fall. Ziehe dein Gemüse etwa auf der Fensterbank in Ton- oder Kunststofftöpfen oder in einem Mini-Gewächshaus vor. Möchtest du die vorgezogenen Pflanzen danach in dein Gewächshaus umziehen, solltest du darauf achten, dass kein allzu grosser Temperaturunterschied herrscht.

Pflanzenpflege im Gewächshaus

Teelichtofen in einem Gewächshaus
Hand verteilt Hornspäne um einer Pflanze

Sind die Setzlinge eingepflanzt bzw. die Samen ausgesät, ist es an der Zeit, deine Pflanzen zu pflegen. Achte je nach Gemüsesorte auf eine individuelle Bewässerung und vermeide Staunässe. Denke zusätzlich daran, dass du deinem Gemüse regelmässig frische Luft gönnst, damit es etwa im Sommer nicht zu einem Hitzestau kommt oder sich Schimmel durch zu viel Feuchtigkeit bildet. Schattennetze helfen im Sommer zusätzlich gegen Versengungen.

Ebenso entscheidend für das optimale Wachstum deiner Pflanzen ist die richtige Temperatur: Baust du zum Beispiel Gemüse an, das keinen Frost verträgt und es sollte doch auf einmal kälter als 5 Grad werden, kannst du als Notfallmassname auch ein unbeheiztes Gewächshaus mit einem Heizlüfter temporär etwas aufwärmen oder die Pflänzchen eventuell mit einem Vlies als Frostschutz abdecken.

Insbesondere am Anfang des Jahres kann es sich ausserdem lohnen, für Zusatzbeleuchtung im Gewächshaus zu sorgen, damit die Gemüsepflanzen nicht zu dunkel stehen und eventuell vergeilen, sich also eher lang, dünn und schwach entwickeln.

Aufgrund des schnelleren Wachstums deines Gemüses im Gewächshaus solltest du zudem generell auf eine regelmässige Düngung achten. Auch die regelmässige Kontrolle auf Schädlingsbefall und Krankheiten ist unerlässlich, da diese sich im Gewächshaus schnell verbreiten, aber dafür umso schneller und erfolgreicher abgewehrt werden können.

Ernte im Gewächshaus

Korb mit Gemüse

Da du in einem Gewächshaus längere Erntezeiten geniesst als im Freien, kannst du dich besonders lange an deinem eigenen Gemüse erfreuen. Sommergemüse wie Gurken, Paprika und Tomaten sind bis Ende August meist abgeerntet – doch dein Anbau muss deshalb nicht aufhören. Jetzt ist es an der Zeit, für Nachkulturen wie Feld- und Endiviensalat oder Spinat zu sorgen. Diese kannst du nach erneutem Düngen des Bodens aussäen und bereits im Herbst wieder ernten. Und falls du ein beheiztes Gewächshaus besitzt, kannst du es im Winter dazu nutzen, um deine Kübelpflanzen schonend durch die kalte Jahreszeit zu bringen.

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